In
guter und schlechter Weise hat auch meine Mutter einen Einfluss auf
die Freiheitsbewegung der Frauen. Heute ist der erste Jahrestag des
Todes meiner Mutter. Jetzt wollen wir diese Dame auch mit ein paar
Worten bewerten, dass könnte hilfreich sein.
Bei den Auswertungen in diesem Winter habe ich einige Wertungen über
die Mütter durchgeführt. Eine Wahrheit in Kurdistan, auf die wir
acht geben müssen ist die Realität der Mütter. Das Muttersein ist
eigentlich ein Zeichen der Geburt. Die einfachste Bedeutung der
Mutterschaft bei uns ist, dass sie viele Kinder auf die Welt bringt
und dafür sorgt, dass die Familie weiter besteht. Ich habe mich von
Anfang an dagegen gewehrt. Man könnte sagen, dass ich meiner Mutter
die härteste Antwort selbst gegeben habe. Sie gab an, dass sie das
grösste Recht im Hause hatte, weil sie mich auf die Welt gebracht
hatte. Ich sagte: 'Siehst du dieses Huhn und ihre Kücken? So sehr,
wie das Huhn für die Kücken die Mutter ist, so sehr bist du für mich
Mutter'. Das war ein sehr harter Vergleich, aber das habe ich getan.
Ich habe sogar des Öfteren Dinge wie: 'wenn du so zu deinen Kindern
bist, dann ist es für mich besser, wenn ich keine habe' gesagt.
Warum? Weil sie eben irgendeine Mutter ist und ich irgendein Kind.
Das ist ein Widerspruch. Das Kind lebt nicht, wie es will und die
Mutter will sich im Kind weiter leben lassen. Das ist ein
Widerspruch.
Ich
habe gesagt, als wir über unsere Gefallenen redeten, dass sie auf
eine ganz besondere Weise abwägend und planvoll gewesen sind. Mutter
Üveyş war genau so sehr unwissend und hatte keinen Plan, aber sie
war auf ihre Art eine aufständische Mutter. Man kann sagen, dass
diese Frau nicht so sehr unter der Kontrolle eines Mannes war. Ich
erinnere mich natürlich an das Verhältnis, dass sie mit mir hatte.
Was will sie? Ich bin mir nicht sicher, ob sie selbst wusste, was
sie wollte. Sie dachte, dass er Beamter wird, ein wenig Geld
verdient, ihr ein paar Meter Stoff und Kleider kaufen würde. Das
sind Wünsche, die nicht so viel Inhalt haben. Das, was sie ein
zuträgliches Kind nannte, sollte mehr Verständnis für ihren Geist
aufbringen, sie finanziell und emotional unterstützen. Viele Kinder
reagieren wohl auch auf diese Weise. Sie sind mit voller Hingabe
dabei, um die gute Tochter oder der gute Sohn der Mutter zu sein,
glaube ich. Ich denke, eure Realität ist mehrheitlich auch auf
dieser Art.
Das Pech in allem hat hier angefangen. Wir sind schon drauf
eingegangen, ob es etwas besonderes ist, ein solches Kind zu sein,
oder ein Schicksalsschlag, oder ein guter Wink des Schicksals. Für
meine Vorstellungen habe ich diesen Krieg früh gegen meine Mutter
geführt. Kann man denn gegen seine Mutter kriegen? Ich habe es
getan. Es ist wirklich komisch, ihr seht es ja auch alle. Die
Mütter, die ihre Kinder sehr liebt und die Kinder, die ihre Mütter
sehr lieben. Ich habe diese Situationen sehr selten erlebt, oder
diese nicht gesehen. Wir wollten so sein. Ob es wohl eine Schuld
ist, was hat die Wahrheit zu mir gesagt? Ist eure oder meine Art
richtig gewesen? Es ist Wert, hier näher einzugehen. Wieso ist in
frühen Jahren ein solcher Kampf entstanden und ich habe mich in
vielen Bewertungen darauf bezogen? Natürlich kann ich heute keine
Theorie über das Kindheitsalter vorführen. Aber die Psychologen
sagen, dass die Formung in der Kindheit, alle Formungen im späteren
Leben mit beeinflusst. Ich bin mir dessen auch sicher. Das ist
eigentlich eine wissenschaftliche Wahrheit. Wenn der Kampf in dieser
Zeit nicht bestehen würde, würde es auch später keinen Kampf geben.
War ich sehr intelligent oder war die Entscheidung sehr anders? Dies
hat den Kampf für nötig erklärt. Das ist ein anderes Thema. Es ist
hier nicht nötig, von außerordentlichen oder ganz schwierigen
Umständen zu sprechen. Das ist wohl eine Situation, die in jedem
Mutter-Kind Verhältnis besteht. Aber die Phase, die wir eingeläutet
haben, ist die Phase, die den Widerspruch etwas offener darstellt.
In den jungen Jahren hat sie folgende Bedeutung. Wir fangen früh an
zu berechnen. Da ist ein beherrschendes Verständnis vorhanden, eine
Beeinflussung, sie will einige Familientraditionen beibehalten. Ich
habe einige Freiheitswünsche, und ich werde an diesen festhalten.
Was sind Familienbräuche? Das was sie bestimmt. Was ist das, was ich
als Freiheit bestimme? Das, worauf ich Lust habe. Eine sehr
zurückgebliebene Herrschaft und ein Freiheitskampf, der sich dagegen
entwickelt.
Ich
denke, dass hier ein sehr wichtiger Punkt ist, dass die Macht des
Vaters nicht so stark ist. Darauf sollte geachtet werden. Eine sehr
starke Autorität des Vaters würde die Situation ganz anders formen.
Ich wäre auch anders beeinflusst worden, wenn der Vater die ganze
Familie unter Kontrolle hätte und diese auf solche Weise total
wirkungslos gewesen wäre. Ich hätte beispielsweise widersprüchliche
Situationen nicht erkannt. Etwaige Vater-Mütter Streite haben mir
die Möglichkeit gegeben selbst zu handeln. Ein wirkungsloser Vater
will trotz allem seine Väterlichkeit und seine Männlichkeit zeigen.
Er will nicht einfach aufgeben. Auf der anderen Seite ist aber eine
Mutter, die sich auf matriarchalisch Weise ausleben, sich so
vorstellen, als Mutter in der Familie ihren Platz einnehmen und zu
diesem Thema eine Beschäftigung haben will. Das ist ein wirklich
wichtiger Widerspruch. Dieser Widerspruch eröffnet mir einpaar
Möglichkeiten. An einem Punkt lerne ich wohl, wichtig für die
späteren Phasen, am Beispiel der Familie, wie ich von diesen
Widersprüchen gute Schlüsse ziehen kann. Ich lerne also im Gegenzug
zur väterlichen Autorität, die Kraft der Mutter kennen. Dies öffnet
in der Familie einen Weg zur Wirkungslosigkeit. Weil es dem den Weg
geöffnet hat, kann ich sagen, dass ich in jungen Jahren frei handeln
konnte. Wenn meine Mutter sich gegen meinen Vater durchsetzen
konnte, wieso sollte ich mich gegenüber anderen nicht durchsetzen
können? Im Gegensatz zu anderen Müttern, hilft eine solche Mutter,
mutiger zu sein, und öffnet auch den Weg freier zu werden und selbst
zu führen. Man sagt ja, dass wenn sich zwei bekriegen, der Dritte
stärker wird. So eine Situation könnte entstanden sein. Als die
beiden so miteinander umgingen und so zu sagen, sich außer Gefecht
setzten, kann das Kind, als Dritter, die Kraft als Entwicklung
verzeichnen. Diese Situation beeinflusst uns. Ich wurde wohl etwas
von dem beeinflusst. Die bestehende Situation ermöglichte es mir,
ohne die Autorität von Mutter oder Vater zu stehen, mich selbst zu
finden und mich ein wenig freier zu fühlen.
Die vielen Kriege zwischen Mutter und Vater und dass sie nicht mal
einer Spur von Zufriedenheit Platz lassen, schafft auch der Umarmung
der Mutter oder dem Schutz des Vaters nicht viel Raum. Eigentlich
findest du das nicht so sehr, suchst keinen Schutz oder findest
keine Liebe. Dies erzwingt praktisch eine Respektlosigkeit. Dieser
Situation kann man nicht besonders trauen, oder nicht einer
Situation dieser Art. So also entsteht in frühen Jahren ein
Nichtvertrauen oder Misstrauen gegenüber der Familie. Später hat
sich herausgestellt, was für eine Bedeutung das hat, oder wie
wichtig es ist. Denn der Einfluss der Familien ist wirklich für das
spätere Leben der Kinder sehr wichtig. Man muss sagen, dass ihr Kind
immer noch ein Familienkind ist. Ihr habt nicht gegen die Familie
oder gegen die Werte der Familie gekämpft und seit damit
aufgewachsen. Ich versuche noch immer die falschen Sachen in Ordnung
zu bringen, die ihr von ihnen auferlegt bekommen habt. Wenn ihr vor
Augen führt, wie sehr ich mich dafür einsetze, dass diese
Versklavung, dieses übertriebene, diebische und die unechte Art,
sich als Mensch zu betiteln, dann könnt ihr die Realität um die
Familie ein wenig besser erkennen. Es ist von grosser
Wahrscheinlichkeit, dass ihr alle als 'die guten Kinder der Familie'
erzogen werdet.
Ja, hierzu sage ich nichts. Aber in dieser Aufwachsform gibt es
viele Flecken. Viel Abhängigkeit und viel Sklaverei - viel
übertriebenes. Die schmerzenden oder unakzeptierbaren Ergebnisse
tragt ihr in die Partei. Viele von euch sagen, dass ihr die Partei
'als Familie sehr'. Ihr tragt die Verhältnisse der Familie in die
Partei, ihr sucht in der Partei eure Familie, ihr sehr euch als
gutes Kind der Partei, als ein gutes Kind der Parteifamilie. Ihr
bewertet euch wie in der Familie auch in der Partei als ein gutes
Kind. Natürlich haben wir hier Beispiele. Wenn du die Partei als
Familienorganisation ansiehst, wirst du zum Leid der Partei. Die
Partei ist eine zurückgebliebene Organisation. Wenn du die Werte
dieser Organisation mit nationalen und politischen Werten
vergleichst, siehst du den Egoismus, die billige Lebensweise. Wenn
du das auch in der Partei suchst, verlangst ohne Respekt zu zeigen,
ohne Liebe, ohne Bestreben - dann wirst du zum Leid der Partei. Also
ist ein Teil von euch Leid. Warum? Denn eure Familienrealität hat
sich sehr schlecht eingefleischt. Ihr könnt gar nicht mehr von
dieser Situation Abstand nehmen. Hier ergibt sich ein wichtiges
Resultat. Ich verleugne es nicht, dass ich dem großen Wert beimesse,
was ihr von den Familien bekommen habt, dass eure Familien euch groß
gezogen haben, besonders die Bestreben der Mütter. Dass ist eine
sehr schwierige Aufgabe. Also ich kann sagen, dass Gott mir jede
Aufgabe auferlegen möge, aber nicht die Erziehung eines Kindes, wie
dies eine Mutter tut. Hier muss ich das nun wirklich ansprechen.
Wenn ich an ihrer Stelle wäre, ich würde jeden Tag ein Haufen
Ohrfeigen verteilen. Ich könnte es nicht aushalten ein Kind zu
erziehen. Unter diesen Umständen könnte ich das nicht aushalten. Ich
bin natürlich nicht gegen Kinder. Das muss ich auch im Ernst
anführen. Ich will nicht angeben, aber ich bin sehr erfolgreich
darin mit Kindern umzugehen - dies natürlich freundschaftlich. Ich
versuche mich einem Kind nicht wie ein Kind zu nähern, sondern wie
ein Mensch, dass heranwachsen wird. Aber ich bin trotzdem sehr
wütend auf Kinder. Es ist unmöglich einen ganzen Tag damit
auszuhalten, dass sie weinen und schreien. Mütter haben ein
unsagbares Ausdauervermögen. Natürlich ist diese Ausdauer zermürbend
und nimmt viel von den Müttern.
Nein, das sind ganz andere Widerspruche und müssen ganz anders
bearbeitet werden. Ich sage dies, um Aufmerksamkeit zu erhalten. In
der kurdischen Realität erzeugen diese Arten von Erziehungen große
Probleme. Wie schnell seit ihr aufgewachsen, wie viel Streben ist in
eure Erziehung gegeben worden, wie sehr seit ihr ohne Bestreben
aufgewachsen, obwohl die Familien arm waren, wie reich haben sie
euch aufgezogen? Das sind große Widerspruche und große Probleme.
Viele wachsen ja auch mit dem Satz 'mein Sohn wird groß und zum
Pascha' auf. Ihr steht uns als Generäle gegenüber, die nichts dafür
getan haben. Das ist das Ergebnis der Erziehung. Ihr habt euch daran
gewöhnt. Sie haben gesagt, dass ist 'das beste Kind, das schönste
Kind und der größte Pascha'. Es hängt auch mit dieser Art von
Erziehung zusammen, dass ihr ohne Streben - nicht mal kurz vor dem
Rand von starker Theorie und Praxis glaubt, ihr seit für ein Grad
geschaffen und ihr seit Militant. Das Beste an mir liegt darin, also
in der Nichtbeteiligung an diese schicksalhafte Erziehungs-
Maßnahme.
Es ist also so, dass die widersprüchliche Position, in der ich mich
befand, oder dass diese Widersprüchlichkeit sich wirklich früh
herauskristallisiert hat, in meiner späteren Entwicklung maßgebend
war. Der Misstrauen den ich für diese Organisation empfunden habe
hat mich auch dazu bewegt, misstrauisch gegenüber Traditionen, Obhut
und an alle Begebenheiten, die dadurch auf den Beinen bleiben, zu
sein. Es wächst sowieso jeder mit 'mein Vater schützt mich so, meine
Mutter schützt mich so' auf. Es ist nicht möglich, dass ein Kind
aufwächst, ohne sich an die Eltern zu lehnen. Aber wenn man, so wie
wir, in frühem Alter die Situation erkennen kann, so kann man sich
viel früher losbinden und für die Unabhängigkeit in unserem Leben
ist das ein großer Beitrag. Vor uns bildet sich eine Plattform, die
uns erlaubt gesellschaftliche Widersprüche zu verstehen - nicht mit
familiären Werten, sondern mit nationalen und gesellschaftlichen
Werten. Dafür sollten wir streben. Mich hat das sehr früh dafür
geöffnet. Also kann ich ihre Obhut nicht verleugnen. Ich muss hier
auch daran erinnern, ich hätte auch ein Kind sein können, dass sich
untergeworfen hätte. Aber ich erinnere mich noch immer. Meine Mutter
war perfekt darin, mich in ihrer Widersprüchlichkeit in den Kampf zu
drücken. Ich kann sagen, dass ich die größte Lektion daraus erhalten
habe. Ich habe also gesehen, dass wenn du dich nicht mit deinem
Feind abgibst, kannst du nicht essen - oder überleben! Das ist wohl
ein wichtiges Erziehungskriterium. Sie ist nämlich denen gegenüber,
die sich selbst zum Feind ernannt hatte, kämpferisch gewesen. Mir
hat beispielsweise ein Kind eine Ohrfeige verpasst. Sie hat gesagt:
'Du kommst nicht nach Hause, wenn du keine Rache nimmst!'. Wenn ich
keine Rache genommen hatte, warf sie mich raus. 'Du musst unbedingt
reagieren' sagte sie, sie zwang mich dazu. Ich erinnere mich noch
immer an Streitigkeiten mit anderen Kindern. Diese Streitigkeiten
waren ganz sicher wegen ihrem Druck gewesen. Wenn es nach mir ginge,
was ich auch tat, würde ich weinen und schreien und verlangen: 'Ihr
müsst mich schützen, Mama geh und räche dich für mich, Vater geh.’
Alle Kinder sind so. Wenn sie geschlagen werden oder irgendetwas
Schlimmes passiert rennen sie zu ihren Vätern und Müttern. Sie
versuchen so zu antworten. Hier kann nicht die Sprache von so einer
Reaktion sein. Du musst gehen und darauf reagieren. Das ist wohl
eine richtige Erziehungs- Maßnahme. Er ist ein Kind und du bist auch
ein Kind. Hinzu kam, dass sie auch ging und mit ihren Eltern zu
streiten begann. 'Wenn dein Kind so reagiert, reagiere ich so' sagte
sie. Aber wir mussten das auch tun.
Kurz gesagt, meine Mutter hat mir folgendes Gefühl gegeben, dass ich
nicht mit verstecken bei meiner Mutter, immer von ihr Unterstützung
erhaltend, Hilfe erhaltend, so weinend und schreiend, speziell mich
so verhaltend leben kann. Du musst unbedingt eine Antwort haben!
Auch wenn das sehr primitiv war, wurde das zu einem Rachegefühl oder
einem Entwicklungsgefühl. Seitens des Vaters nicht kräftig, seitens
der Mutter aber sehr kräftig. Natürlich ist die Vaterseite auch
stark, aber die Mutterseite ist wohl ausschlaggebender. Das ist der
Kampfgeist beim Leben. Natürlich hat sie auch dafür gesorgt, dass
wir Unterdrückt werden. Damals wurde auch ein großer Schutzkampf
geleistet und ihre Kinder waren ihre Kraft. Sie gab uns das Gefühl,
dass sie nicht so einfach den Kopf hängen lassen werde, sie würde
kämpfen und streiten, sie würde nie und nimmer aufgeben. Auch im
ganzen Dorf gab es niemanden, der so begabt war wie sie. Sie war
eine Aufstandsflut. Keiner konnte so schreien und fluchen wie sie;
egal, ob Mann oder Frau, wer es auch immer sein möge, sie trat ihm
oder ihr ohne Angst gegenüber und schäumte. Das ganze liegt also in
der Persönlichkeit. Sie wollte was den Schutz betraf auch nicht
teilen. Sonst wären wir vielleicht auch sehr unscheinbar gewesen. So
wie sie es sagen, wäre es auch möglich gewesen, dass man sehr
unscheinbar und nachgebend geworden wäre. Hier muss man ihren Wert
loben.
Ansonsten gab es nicht viel, was sie uns noch geben könnten. Nachdem
ich in der Schule war, gab es nur noch wenig, was ich von Mutter
hätte lernen können. Eine Abnabelungsphase kommt und geht. Wie sehr
ist die Abnabelung von den Müttern richtig und wie sehr falsch?
Beispielsweise kaufen Muttersöhnchen oder Muttertochter ihren
Müttern erst später, wenn sie ihr Geld verdienen ein Geschenk. Ich
habe mich nicht auf eine solche Methode eingelassen. Ich hatte
eigentlich Geld, ich verdiente etwas Geld, ich dachte aber nie daran
meinen Verwandten oder meiner Mutter ein Geschenk zu kaufen.
Vielleicht haben sie das kritisiert. Ja es stimmt, bei diesem Thema
verhielt ich mich wie ein Ignorant, aber für mich sollte das
Sohnsein etwas anderes sein, ich war nicht der Sohn, den sie so
wollten, ich war auf der Suche nach einem anderen guten Sohnsein.
Ich habe mich meinen Freundschaftsbeziehungen niemals mit billigen
Geschenken genähert. Ich bin noch immer so. Ich habe euch alles
gesagt, wie sehr ich an Freundschaft gebunden bin. In frühen Jahren
habe ich damit angefangen, viele Freundschaften zu schliessen, wie
sehr ich darauf erpicht war, um mit ihnen Zeit verbringen zu können.
Ich euch sogar erklärt, wie viel ich rein gesetzt habe, um
Freundschaften schliessen zu können. Natürlich weiß ich, dass das
mit billigen Geschenken nicht möglich ist. Das war natürlich nicht
interessant. Das gab starken Freundschaften und starken Beziehungen
nicht großen Raum. Deswegen habe ich verschiedene Methoden gefunden,
wie ich Menschen in noch jüngeren Jahren an mich binden konnte. Ich
habe auch versucht die Gebundenheit zur Familie mit in meine
Gedanken einzubringen.
Mit einfachen finanziellen Mitteln, mit Geschenkbeziehungen, mit
Verwandtschaft und Patenschaft konnte man höchstes Gefährten
gewinnen. Man kann keine Masse der Menschlichkeit finden, ein ganzes
Volk kann man nicht für sich gewinnen. Damals war das Problem
nämlich dieses. Wir konnten nicht einmal unsere Nachbarn vertragen,
geschweige denn das ganze Volk zu gewinnen. Was für eine Person bist
du, der nicht mal seine Nachbarn in Einheit mit sich bringt? Obwohl
das ein großer Wunsch von dir ist, kannst du die Dorfbewohner nicht
einmal gewinnen? Natürlich hat uns dieses Gefühl in frühen Jahren
schon dazu bewogen, stärkere Verbindungen zu suchen. Wie soll man
die Menschen, die Nachbarn, alle Dorfbewohner, das immer größer
werdende Volk, wenn möglich die Menschheit zusammenführen? Wie soll
man die Tiefe des Interesses hervorheben? Unsere ideologische Suche,
politische Suche und Parteisuche hat sich also so ergeben. Die
Menschen sind so unterinteressiert und können so einfach aufeinander
verzichten, dass man die Verknüpfungen ganz tief tätigen müsste.
Ja, weil mir die Verbindungen die durch billige Geschenke zustande
gekommen sind und die für mich zu feudal waren, nicht stark genug
erschienen, habe ich ihnen gegenüber kein Interesse gezeigt. Die
religiöse Bindung war für mich etwas tiefer. Damals habe ich mich an
das gebunden. Ich habe mit diesen Verbindungen versucht der
Gesellschaft kraft zu geben und habe dafür gestrebt Kraft zu zeigen.
Später kamen Wissenschaft, Philosophie, Ideologie, sozialistische
Ideologie und Kontakte, die wir politische Verhältnisse nannten
zustande. Wie hat sich beispielsweise das Kriegsverhältnis bei mir
entwickelt? Sie sind eigentlich durch Reaktion auf große Schwächen
zustande gekommen.
Aus Lösungen von Abdullah Öcalan , 1994