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Sich an Erdal Erinnern-von murat karayilan (august 2003)

Zum ersten Todestag von Engin Sincer – Heval Erdal

Sich an Erdal Erinnern

von Murat Karayilan

Der Vorsitzende des Verteidigungskomitees des Kongra-Gel (Volkskongress Kurdistan), Murat Karayilan, gedachte Engin Sincers (Erdal), Mitglied des KADEK-Exekutivrates und eine der führenden Personen in der kurdischen Befreiungsbewegung, der am 18. August 2003 verstarb.

Ich verneige mich ehrfurchtsvoll vor Erdal, und in seiner Person im Andenken an alle heldenhaften Gefallenen, die den Prozess vom 15. August geschaffen und für die Fortsetzung dieses Prozesses ihr Leben gegeben haben.

Wenn ich mich an Erdal erinnere, empfinde ich vor allen Dingen große Trauer. Gleichzeitig aber werde ich an den Wert der Genossenschaft, der wahren Genossenschaft, erinnert. Das Andenken an ihn bedeutet die Erinnerung an die hohen Werte der Genossenschaft: Schlichtheit, Aufrichtigkeit, Achtsamkeit, Liebe und Verbundenheit.

Die apoistische Bewegung begann in Kurdistan mit einer völlig neuen ideologischen Zielrichtung. Sie hat vor allem qualifizierte Menschen hervorgebracht, die ihre Ziele in das Herz ihres Landes eingraviert haben. Diese Bewegung versammelte um sich die sensibelsten Menschen gegenüber gesellschaftlichen Problemen, die Verantwortungsvollsten, die vom Egoismus befreiten Menschen und brachte bedeutende Persönlichkeiten hervor: Harun, Cumaye Bilika, Dissiz Mahmut, Cemsit, Otomatik Mervan, Hayri, Mahir, Ismail, Azime, Berivan, Halil und andere Persönlichkeiten, deren Namen wir hier nicht aufzählen können, sind einige Beispiele dafür.

Der Genosse Erdal verkörperte die höchste Stufe in diesem Kreis. Er war ein Genosse, der im legitimen Befreiungskampf Militanter und Kommandant wurde und die Eigenschaften eines wundervollen Menschen besaß. Seine mitreißende Art, seine liebevolle Art, seine Haltung gegenüber jedweden Problemen wird uns Kraft geben.

Mit dem Genossen Erdal haben wir sehr leidvolle, aber auch freudige Tage erlebt. Er stellte wirklich eine hervorragende Persönlichkeit dar, die unsere Bewegung hervorgebracht hat. Er war ein wichtiges Glied in der Kette der KommandantInnen. Er war ein Beispiel der militanten Persönlichkeit in der neuen Epoche.

Er erinnert uns an die wahre Genossenschaft, an ein Leben, das wert war, gelebt zu werden.
Unser Kampf wurde durch die große Opferbereitschaft und das Heldentum unserer Gefallenen geformt und erreichte das jetzige Niveau. Deshalb wurde unsere Bewegung von ihrer Führung als „eine Partei der MärtyrerInnen“ bezeichnet. Sie ist eine Bewegung der Gefallenen. Sie wurde von den aufrechten, tugendhaften, heldenmütigen Persönlichkeiten durch Einsatz ihres Lebens geschaffen. Denken wir an den Kerker von Diyarbakir 1982. Die Gefallenen damals verloren ihr Leben, damit die Bewegung überlebt. Alle Mitglieder dieser Bewegung sollen diese Eigenschaft verinnerlichen und ihr Leben danach richten. Wenn diese Eigenschaft aus den Augen gerät und nicht bedacht wird, gibt es sicherlich Abweichungen von der Linie. Diese Bewegung ist eine klare Bewegung, eine Bewegung, die den Dienst hervorhebt und dafür keine Gegenleistung verlangt, sie schätzt die Bescheidenheit sehr hoch ein. Alle Werte der Bewegung wurden auf dieser Basis geschaffen.

In den letzten zwei Jahren gab es innerhalb unserer Bewegung einige Probleme. Grund dafür ist eigentlich eine Abweichung von der Linie der Führung und der Gefallenen. Der Genosse Erdal war bei der ersten Debatte im Juli 2003 mit dabei. Er sagte: „Wer Militante/r ist, muss Voraussetzungen dafür hervorbringen“, ein sehr wichtiger Satz. Wenn unser Freund anders hätte leben wollen, hätte er mehr als alle anderen die Möglichkeiten dazu gehabt. Trotzdem bestimmte unter allen Umständen die Linie der Führung und der Gefallenen beharrlich seine Haltung und das zeigte er auf klare Art und Weise. Die Aufgabe der oder des Militanten ist es, Dienst zu leisten und in diesem Rahmen den Alltag zu organisieren.

Bei der erreichten Breite unserer Bewegung seit 30 Jahren kann es vorkommen, dass der Wille einiger gebrochen wird. Unsere Bewegung stammt aus einer schwierigen Phase. Bei einigen, die seit Jahren in unseren Reihen waren, gab es diesen Bruch; sie selbst haben es bei den jüngsten Kongressen zugegeben. Wer so empfindet, kann austreten unter der Bedingung, keine Feindschaft gegen uns zu pflegen. Aber sie versuchen ihre Demoralisierung in unsere Reihen hineinzutragen und um unsere Bewegung zum Zusammenbruch, von ihrer Linie abzubringen, das Ganze durch Theoretisierung zu verallgemeinern.

Diese Bewegung hat dem Volk ein Versprechen gegeben. Sie besteht aus den opferbereitesten, mutigsten Individuen. Warum wird versucht, alle mit der Demoralisation anzustecken? Das ist ein Verbrechen. (…)

Seit Jahren wird ein Komplott gegen die Bewegung geschmiedet, um sie von der Linie der Führung abzubringen. Es ist interessant, dass die Aussteiger sich mit diesem internationalen Konzept verbunden haben.

Ihre Absichten und Ziele wurden durch die Interventionen und Anstrengungen unserer Militanten, unseres Volkes und unserer Führung vereitelt, deshalb finden sie sich jetzt außerhalb der Bewegung wieder. Nun sind unsere Reihen klarer, die Bedingungen für den Kampf auf der Linie des 15. August besser denn je.

Ich bin mir sicher, dass unser ganzes Volk und unsere Militanten jegliche Vernichtungsversuche gegen unsere Bewegung auf die gleiche Art beantworten werden wie bisher. Sie werden nicht stillhalten gegenüber diesen Kreisen, die für ihre persönlichen Interessen die große apoistische Bewegung zu spalten versuchen. Diese Kreise stellten sich gegen alle von unserer Bewegung geschaffenen Werte, sie haben sich in den Schoß feindlicher Kräfte begeben. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass unser Volk mit aller Kraft die notwendige Antwort gegen diesen Verrat gibt.

Wir werden nicht zulassen, dass die von unserer Führung und unseren Gefallenen geschaffenen Werte von irgendjemand mit Füßen getreten werden. Jetzt ist die Zeit für die richtige Haltung gegen jegliche Art von Kollaboration und Vernichtung, sie zu entlarven und zu isolieren. Das sind wir dem Märtyrer Erdal und allen anderen Gefallenen schuldig.

           


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