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“ARMEBRECHER“ in Berlin

April  2008

Von Kasım Engin

 

Als ich die Bilder von Berlin gesehen habe, sind mir zuerst die faschistischen und psychopatischen Polizisten von den diesjährigen Newrozfeierlichkeiten in den –Sinn gekommen und der deutsche General Moltke, der um die 1830 mit den Osmanen zusammen, den kurdischen Widerstand in Rewanduz gebrochen hat. Der deutsche General war einer von denen, die seitens der Osmanen zur Erneuerung ihrer Armee aus Prusya gebracht worden sind. Statt aber das Heer zu erneuern, haben sie durch die Brechungsversuche des kurdischen Widerstandes im 18. Jahrhundert gemordet. Ich weiß nicht, was für ein Unglück sich da gefunden hat, aber der deutsche Staat hat sich mit uns Kurden immer negativ auseinandergesetzt. Die erste Bekenntnis in Deutschland wurde durch einen kurdischen Maulwurf, Cafer Çetiner, durchgeführt. Vor diesem Bekenntnis hat Deutschland, fast schon als Spezialbeauftragter in der NATO, gegen uns PKK’ler, besonders in der Mitte der 80er Jahre harte Angriffe gegen das kurdische Volk gestartet. Wieder war es Deutschland, die den Plan, der als „Düsseldorfer Gericht“ in die Geschichte einging und die PKK als Terrororganisation einstufte, berief. Die ersten Verbote, und auch alle anderen Anfänge des Unglücks haben mit Deutschland am Anfang gehabt.

Es ist möglich, Worte wie makaber, unglücklich und volksfeindlich mit Deutschland in Verbindung zu bringen. Speziell wenn es um die Kurden geht, hat sich Deutschland mehr als jeder andere verantwortlich gefühlt und hat uns nicht weniger leiden lassen, wie der faschistische unberechenbare Staat. Wir können sogar sagen, dass wahrscheinlich Deutschland der Staat ist, der sich am meisten gegen die kurdische Freiheitsbewegung gestellt hat, diese am meisten angegriffen hat, unmenschliche Handlungen durchgeführt hat. Als ein Jugendlicher, der in Deutschland aufgewachsen ist, kann man das ohne Übertreibung aufführen. Ein Mensch kann die Frage nicht umgehen: Wieso so viel Feindschaft? Wieso wird der terroristische türkische Staat so offen unterstützt? Wieso so viel mit Waffen beliefert? Wieso greift man als Befürworter des faschistischen Staates, von den Christdemokraten bis zu den Sozial-Demokraten, von den Grünen bis zu den so genannten Rechten, die kurdische Freiheitsbewegung so sehr an? Wie schnell sind die Bilder von den Guerilla vergessen worden, die auf unmenschliche Weise an deutsche Tanker gebunden am Boden geschliffen worden sind? Wieso ist das Senfgas, dass in Halepçe genutzt worden ist, in Deutschland patentiert?

Es ist möglich, weitere Fragen als Liste aufzuführen. Wieso könnt ihr uns nicht ertragen, wieso seit ihr so erbarmungslos, wieso ist euer Geist so auf Verbote eingerichtet? Und aus diesem Grund, solche Ali Cengiz Spiele?

Man denkt über die letzten Angriffe auf die kurdischen Jugendlichen in Berlin und versucht die Gründe zu finden.

Wie bei jedem Pferderennen setzen die Imperialisten in jedem Gebiet, in denen sie sich befinden, auf den Jockey, mit dem sie am Besten ausnützen und unterdrücken können. Sie tun alles dafür, damit dieser Jockey gewinnen kann. Der Jockey von den Deutschen waren die Osmanen, der Jockey von den Osmanen waren die Deutschen. Die Deutschen wollten mit Hilfe der Osmanen in den Mittleren Osten einmarschieren, die Osmanen wollten sich mit der Unterstützung der Deutschen vor dem Untergang bewahren. Der Topf hat seinen Deckel gefunden. Durch die Verluste im 1. Weltkrieg ist Deutschland aus dem Mittleren Osten befördert worden und das Osmanische Reich ist vernichtet worden. Der Topf hat also seinen Deckel gefunden, aber weil der Topf leer war, hat man nur den Schlag des Deckels hören können.

Die Imperialisten können nicht so einfach von ihren Willen fern gehalten werden. Sie werden, egal was passiert, ob es nun lange oder kurze Wege sind, immer die Möglichkeit suchen, wie sie wieder an die Schlüssel der Kolonialisierung gelangen können. Auch wenn dies die Lampe von Aladin ist, muss diese in ihre Hände gelangen.

Es ist ja bekannt, dass England, Frankreich und Italien von sich aus in den Mittleren Osten eingezogen sind. Amerika hat ihren Stil beim Einmarsch richtig zu spüren gegeben. Der Kern ist, dass alle für ihre Vorteile so oder so einmarschiert sind. Die Engländer haben wegen der kurdischen Politik die KPD in die Hand genommen, die USA nutzte die Talabani Karte, Deutschland hingegen wollte Nord-Kurdistan durch Kemal Burkay, also die PSK in die Hand nehmen.

Aus heutiger Sicht bereut das England nicht so sehr, auch die USA nicht. Sie sind ja in Süd-Kurdistan einflussreich. Ja und Deutschland? Es hat nicht mal das P von SPK, von Burkay weht nicht mal ein Windchen.

Wieso ist aber Burkay in dieser Situation? Der Grund dafür liegt darin, dass in den 80er Jahren die stärkste und wirkungsvollste kurdische Freiheitsbewegung im Norden, also im Mittleren Norden-Westen Kurdistans, die PSK war. Sie hat has einflussreichste Kraft alle anderen zurückgebliebenen, feudalen und kleinbürgerlichen Organisationen aus dem Weg geschoben und das kurdische Volk um sich gescharrt und wurde zur dominanten Kraft. Deutschland hatte aber mit der PSK gespielt. Hinzukommt, dass Deutschland viel Mühen dafür gebraucht hatte, die PKK unter ihre Kontrolle zu bekommen. War alles umsonst. Der Anschein trog, Burkay und seine Linie hatten die Prüfung nicht bestanden, Deutschland hat keine Eintrittskarte nach Kurdistan erhalten.

Wer war der Verantwortliche, die PKK? Welche der imperialistischen Mächte hat das kleinste Stück der Torte in Kurdistan? Deutschland! Wer ist dafür verantwortlich? Die PKK! Wenn man mit dieser Logik voranschreitet ist es klar, dass der Terrorismus in den letzten 20–30 Jahren und die Kriminalisierung kein Ende gefunden haben. Es ist auch eine Antwort dafür, dass sie terroristischer, als der Terrorstatt gegen die kurdischen Jugendlichen vorgehen. Es ist verständlich, wieso sie die Bilder unserer Führung verbieten. Es ist verständlich, wieso sie unsere Fahnen nicht wehen lassen. Dies obwohl wir das in der Türkei und in Kurdistan trotz allem gemacht haben. Es ist verständlich, wieso sie uns am meisten verfluchen. Es ist auch verständlich, wieso Schröder, der dem schein nach Sozialdemokrat ist und in den letzten Wahlen Präsident geworden ist, dem türkischen Staat hilft. Es ist auch verständlich, wieso so viele kurdische Politiker angegriffen und verhaftet werden. Es ist verständlich, wieso die kurdischen Vereine und Patrioten unter Druck gesetzt werden. Es ist verständlich, wieso sie die Unterstützungsgelder unseres Volkes beschlagnahmen.

Weiss denn die deutsche BKA nicht, dass die PKK nichts mit Drogen zu tun hat? Dass sie kein Geld wäscht, keine Waren schmuggelt und nur mit den Geldern des kurdischen Volkes auf den Beinen bleibt? Wissen sie denn nicht, wie ihre eigenen Agenten sie informieren?

Sie wissen das, aber wieso gehen sie, mit auf Lug und Trug basierenden demagogischen Ausdrücken, so auf unser Volk und unsere Jugendlichen los? Die Begründung ist oben aufgeführt. Sie wollen auf diese Weise in den Osten, nach Kurdistan einmarschieren. Die Karte ist aber leer ausgegangen. Eher gesagt, ist es durch die Entwicklung der PKK und der Guerilla nicht mehr möglich, so eine Chance zu haben und das kurdische Volk hat sich für die PKK entschieden. Es gibt also keine Repräsentationsmöglichkeit mehr für Deutschland in Kurdistan. Der Kuchen bringt keinen Gewinn für Deutschland. Die Rechnung ist aber, dass sie heute die kurdische Freiheitsbewegung mehr noch als die Türken angreifen. Deswegen werden die Personen und Vereine, die der kurdischen Freiheitsbewegung nahe stehen, schikaniert.

Wir verstehen das. Wir verstehen sogar mehr. Aber Deutschland darf dies nicht vergessen: Dieses Volk ist nicht so verzweifelt. Vor allem ist es nicht so, dass dieses Volk niemanden hat. Heute hat es überall im Mittleren Osten Verteidigungskräfte, sie haben die Kraft dazu, genug Verluste zu erteilen. Außerdem, ist es nicht mehr das Volk von vor 20–30 Jahren. Es ist nun auch organisiert. Beschwört nicht die starken Gegenreaktionen dieses organisierten Volkes herauf. Die kleinste Mitteilung an dieses Volk genügt, um die gleichen Zustände zu schaffen, wie in den Strassen von Paris, als ausländische Jugendliche es verwüsteten. Sie hat mehr Kraft dazu als nötig.

Wir haben nun alles angesprochen. Die, die verstehen wollen, werden es verstehen. Die, die es verstehen müssen, haben es ganz sicher gut verstanden.

Es gibt ein Ausdruck, der besagt, dass man seinen Verstand mit Käse und Brot gegessen hat. Wir hoffen, dass Deutschland endlich damit aufhört, seinen Verstand mit Käse und Brot zu essen.

 
 
         
 
 

 

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