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WOHIN FÜHRT DIESER WEG?

April  2008

Von Fırat Şemzinan

 

Seit Tausenden von Jahren entwickeln die Völker des mittleren Ostens von ihrer Heimat aus ihr Leben und ihre Kultur und halten es so beständig. Speziell das Volk in Mesopotamien, also die Völker, die zwischen zwei Flüssen leben, haben keine Sekunde sich in den Veränderungen verloren und erhielten sich bis in die heutigen Tage. Diese Völker haben in vielen Etappen der Geschichte viele Hürden nehmen müssen. Man spricht im Bezug auf die Geografie des Mittleren Ostens nicht umsonst vom „Völkermosaik“. Alle Völker, die bis ins Heute bestehend sind, mussten dafür grosse Arbeit und grosse Mühen aufbringen, sie spielten auch eine wichtige Rolle bei grossen Gründungen.
Es sind die Völker der Kurden, der Armenier, der Perser, der Araber, der Asyrer und all die anderen Volksgemeinschaften – sie haben alle zusammen in dieser Geografie gelebt. Auch wenn sie in unterschiedlichen Zeiten, für Macht und Herrschaft ihre Nachbarn erbarmungslos angegriffen haben, sie haben sich trotz dem das Lebensrecht gegeben. Jede Herrschaft aus dieser Geografie wird immer grösser und grösser. Der mittlere Osten ist mit allen Eigenschaften ein Reichtum und hat das Interesse von Draussen schon immer angezogen. Volksgruppen, die den Angriffen von Innen und Aussen nicht stand halten konnten und Volksgruppen und die Gruppen, die sich den stärkeren Völkern im inneren hingaben, sind aus dem Bild der Geschichte verschwunden. Auch wenn diese Völker zu gegebener Zeit selbst auf dem Thron sassen, konnten sie es nicht verhindern, dass sie zuletzt selbst zerschmolzen sind.

Der grosse assyrische Kaiser Nebukadnezar hat dem ihn überlegenen Daryus oder der grosse Alexander hat dem römischen Reich ihre Kultur und ihre reiches Volksmosaik opfern müssen. Zeugen dieser Geschichte sind Relikte aus Dörfern und Städten, die verbrannt und zusammengefallen sind. Die Forschungen an diesen antiken Orten berichten uns die Wahrheiten aus diesen Zeiten. Neben diesen Forschungen gibt es natürlich auch die Kurden, die Zeugen dieser Geschehnisse waren. Die Kurden sind auf der einen Seite Zeugen dieser Geschichte und haben diesen Völkern, zum anderen, auch sehr geholfen. Unsere Vorfahren haben mit vielen Ethnien brüderliche Bünde gegründet. Sie haben sogar viele Ethnien gezeigt, wie der Weg zur Freiheit aussieht. Das älteste und bedeutenste Fest der Gesichte, Newroz, ist der grösste Beweis dafür. Es ist heute das Fest jedes Volkes, ausser der Asyrer, im Osten.

Die Kurden haben in dieser Geografie vielen Völkern ihre Nachbarschaft, Brüderschaft und Ehrlichkeit gezeigt. Sie haben denen, die diese Haltung nicht verstanden haben, oder verstehen wollten, auf ihre Art eingeführt. Sie haben mit aussen Kommenden auf ehrvolle Weise Allianzen geschlossen. Diese offene, natürliche und gastfreundliche Art der Kurden ist für alle offen, die Hilfe und einen Platz brauchen. Der Beweis für diese Art im Heute ist auch in der Geschichte und Kultur der Kurden wieder zu finden.

Die Kurden haben im Verlaufe der Geschichte gegenüber den Rechten und den Freiheiten anderer Völker niemals respektlos gehandelt. Sie haben gegen interne und externe Angriffe, berechtigte Verteidigung durchgeführt. Sie haben sich gegen die Sumerer, Babylonier, Griechen, Araber, Perser, Selcuken und die Osmanen verteidigt.

Die Kurden leben seit Tausenden von Jahren auf bescheidene Weise in ihrem Land und halten an ihrer Kultur und an ihren Bräuchen fest. Die Sitten konnten bis ins Heute gebracht werden. Aber die herrschaftssüchtigen und unsättigen Ungeheuer wollten sie immer unterdrücken und wollten, dass sie sich ihnen anpassen. Als festes Beispiel können wir die Araber nennen. Bei ihrer Besetzung haben sie Zehntausende niedergestochen, die Kurden sind trotz dem bei ihrer bescheidenen Lebensart geblieben. Sie haben aber die von aussen kommenden, von sehr weit her kommenden mongolischen Stämme nicht hineingelassen. Diese Barbaren und Plünderer zu Pferd warfen sich, weil sie keine Heimat hatten, den Völkern des mittleren Ostens vor die Füsse und wurden auch von diesen akzeptiert. Nach einer bestimmten Zeit nahm diese barbarischen Horde freiwillig den Islam an. Sie haben breitwillig auf ihre Identität und ihren Glauben verzichtet. Natürlich war diese Aufgabe nicht unbegründet. Der Grund war die Aufteilung der Kraft des Islams. Sie kamen vom mittleren Asien, von dort gingen sie nach Iran, vom Iran nach Anatolien und gründen so im ganzen Mittleren Osten ihr Kaiserreich. Das osmanische Reich, nach den Selcuken, wandte das gleiche Mittel an. Eines wächst im Iran, das andere in Anatolien. Das Leben des einen war länger, des anderen kürzer. Das osmanische Reich, das langlebiger war, hat der Kultur des Völkermosaik des mittleren Ostens die grösste Untat angetan. Das wurde auch noch im Namen von Schutz und Hingabe gemacht. Auf dem Rücken ihrer Pferde suchten sie nach einem Vaterland, ohne richtig ihre Mägen füllen zu können, die Völker des mittleren Ostens hingegeben besitzten alles. Als dieses Volk in den mittleren Osten kam, haben die Völker dort ihnen das Recht auf Nachbarschaft und Freundschaft anerkannt. Sie haben aber diese Chance für ihre Machenschaften ausgenutzt. Ein Teil dieser Gruppe aus dem mittleren Asien liess sich im Iran, der andere Teil, mit Erlaubnis der Kurden, in einer Ecke Anatoliens nieder und vor dort verteilten sie sich auf ganz Anatolien. Die Städte, auf die sie sich ausweiteten, waren wichtig in der Geschichte und war die Heimat von Völkern, die Vorreiter vieler Dinge waren.

Ja, dieser Völker haben euch Brüderlichkeit und Freundschaft gegeben. In einer Zeit, in der ihr nichts hattet. Und was habt ihr gemacht? Aber jetzt reicht ihr ihnen diese Hand! Sie sind würdevoll und haben schon damals die Hand gereicht, jetzt reichen sie diese Hand ohne es leid zu sein. Wieso reicht ihr den Kurden, die in der Geschichte euch die grösste Hilfe angeboten haben, nicht die Hand? Dieses Volk will von euch nichts, ausser Würde. Obwohl ihr so viel gemordet habt, unterdrückt, gefoltert, ganz offen gesagt, ihr wolltet ihnen Anstand beibringen und habt sie in Armut fristen lassen – trotzdem treten sie euch nicht mit Rachegefühlen entgegen. Sie wollen trotz allem, Gleichberechtigung, Brüderlichkeit und Freundschaft. Wieso wird trotz dieses ganz natürlichen Wunsches, so barbarisch auf diesen Wunsch unseres Volkes reagiert und Angriffe durchgeführt?

Wenn die Situation also diese ist und gegen das kurdische Volk und gegen die Werte des kurdischen Volkes die Meinung „ich verleumde euch und werde euch vernichten“ besteht, egal was passiert und das im Praktischen wie in Van und Yüksekova aussieht – nämlich so, dass unser wehrloses Volk, vor den Augen der Welt, vernichtet werden soll – so kann das kurdische Volk nicht mehr über Brüderlichkeit und Freundschaft reden. Ihr dürft nicht glauben, dass das kurdische Volk diese schwache und ehrlose Näherung, nach 80 Jahren Antwort auf dieser Art, akzeptieren wird.

Habt ihr nicht eure Schlüsse aus der kurdischen Bewegung ziehen können, die seit 30 Jahren von der PKK geführt wird? Wenn unbedingt ein Krieg zwischen den Völkern gefordert wird, was passiert dann mit den Türken? Wird denn das türkische Volk im Verlaufe dieser Kriege zwischen Völkern nicht immer schwächer und zur Zange für die äusseren Mächte? Werdet ihr es ertragen können, dass jeder von irgendwoher etwas verlangt? Wenn ihr nicht schon wieder ohne Heimat sein wollt und unüberlegt dastehen wollt, oder wenn ihr nicht zurück unter den mongolischen Himmel wollt, solltet ihr die friedliche Hand, die aus Imrali ausgestreckt wird, halten.

Wir wollten nur anführen, dass nach einem Volkskrieg dort keine ausgestreckte Hand mehr sein wird.

 
 
         
 
 

 

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