Von Kasım Engin
Die Guerilla löst alles für
sich selbst und versteht es auf die selbe Weise. Die Liebe, das
Verliebt sein, die Freundschaft, die Aufregung, die Gefühle, die
Reaktionen, die Wut, den Glauben, den Verrat, den Widerstand und
vieles mehr…
Es ist die tiefgründigste
Reise zwischen Leben und Tod. Genau so wie die Aufregung den
Zurückgebliebenen eine neue Bedeutung geben zu können, gibt es auch
die Aufregung für die neuen zu entdeckenden Wahrheiten und
Bedeutungen. Der Mensch begegnet eins zu eins jeder Bedeutung.
Manchmal suchst du etwas, findest es und manchmal findet dich etwas,
zu einem unerwarteten Augenblick, an einem unerwarteten Ort steht es
vor dir. Dich in Verwunderung hüllend… Bei diesen Begegnungen ist
man manchmal traurig oder wütend, manchmal geschehen sie auch zu
Zeitpunkten wo du denkst, dass es nicht möglich ist. Genau diese
Gefühle durchlebt die Guerilla mit all ihren ethischen Grundsätzen
ganz im Inneren, ganz im Tiefen und fühlte diese auch.
Ein paar Bergsteiger sind ein
paar Tage lang bei den Guerilla zu Besuch gewesen. Und sie haben
gesagt: „WIR HABEN IHNEN VERTRAUT. UNSERE
ANGST BEZOG SICH AUF DIE OPERATIONEN DER TÜRKEN“.
Ja, wir hatten ja gesagt,
dass der Guerilla vertraut werden kann. Wir hatten sogar gesagt,
„vertraut auf die Liebe der Berge“. Und wir haben der Liebe der
Berge vertraut.
Es muss wohl ein Wunder sein, dass ein paar deutsche Bergsteiger, in
ein kurzen Besuchsphase, in einer schwierigen und gefährlichen
Situation, diese Erkenntnis hatten, der grosse deutsche Staat aber,
mit dem deutschen Forschungssinn ausgeschmückt, will aber nicht
damit aufhören, die kurdische Freiheitsbewegung als terroristisch zu
bezeichnen.
Wir haben als PKK gezeigt,
dass wir die Kurden von niemanden sind und haben auch immer gesagt,
dass wir es nicht sein werden. Jeder hat einen Kurden, aber der
Kurde konnte bisher nie der Kurde des Kurden sein – dafür gab es
nicht die Erlaubnis. Dem zum Trotze haben wir, vom ersten Tage an,
immer dafür gekämpft, dass der Kurde sein eigener Kurde ist. Wir
haben mit unserer eigenen Willenskraft in Ameisenschritten dafür
gekämpft, auf eigenen Beinen zu stehen.
Wir haben trotz dem, in der
Geschichte Kurdistans mit Moltke beginnen, und wissend, dass ihr den
Osmanen vorgeschlagen habt, die kurdischen Burgen zu stürzen, nichts
gesagt. Wir haben, wissend, dass ihr hinter den Osmanen standet, als
diese Zehn Tausende von Kurden ermordet haben, nichts gesagt. Wir
sagten immer, dass dies die Hässlichkeit der Führenden ist. Die
Völker würden so etwas nicht machen. Wir haben unsere
Freundschaftliche Annährungsweise immer fortgeführt.
Ihr habt gesagt, dass wenn es
überhaupt einen Kurden geben muss, dieser euer Kurde sein muss. Ihr
habt angeblich versucht, die PKK euch näher zu bringen. Weil ihr das
nicht geschafft habt, habt ihr euch einer auf der ganzen Welt nicht
verständlichen Feindschaft hingegeben. Seit 1985 hegt ihr
ununterbrochen eine Feindschaft aus. Ihr habt Razzien in unseren
Wohnungen durchgeführt, unsere Kinder aus dem Schlaf gerissen,
unsere Eltern geschlagen, Razzien in unseren Institutionen und
Organisationen durchgeführt, unsere Zeitungen geschlossen, Hunderte
von Patrioten inhaftiert und den Türken ausgeliefert, noch immer
sind die Silhouetten unserer Freunde aus der Guerilla vor unseren
Augen, die hinter euren Panzern hergeschleift worden sind. Dies hat
nicht gereicht. Ihr habt zum ersten mal in der Spezialverhandlung in
Düsseldorf, bei einem angeblich Verrat durchführenden PKK Mitglied,
eure Anwendung für Verräter durchgeführt. Was habt ihr denn nicht
gemacht?! Ihr habt Hunderte von Patrioten und kurdische Politiker
mit erfundenen Gründen verhaftet.
Jetzt verbietet ihr RojTv,
das kurdische Fernsehen. Anscheinend soll es das Zusammenleben der
Völker stören. Wir wollen euch fragen, ihr als grosses deutsches
Land, in wie viel Sprachen wird in eurem Land gesendet? Zählt doch
mal nach. Wieviel Sprachen, ausser dem Englischen? Senden ihr auf
Tschechisch? Auf italienisch? Auf Niederländisch? Nein, nein, nein.
Aber RojTv, dass ein Sender mit so wenig Geld ist, in wie vielen
Sprachen sendet RojTv? In wie vielen unterschiedlichen Dialekten?
Das sage ich euch im Voraus,
genau so, wie alle kurdischen Organisationen, die RojTv angehören
und die Guerilla, so aus verschiedenen Nationen zusammen setzt, ist
auch RojTv in verschiedenen Farben vorhanden und sendet auch in
dieser Form. An der Guerilla sind Araber, Perser, Türken, Armenier,
Deutsche, Russen, Kaziken und natürlich Kurden aus allen Teilen
Kurdistans beteiligt. Sie werden auch weiterhin beteiligt sein.
Welches ist also in Einheit
mit den Völkern? Euer ARD oder euer ZDF?
Momentan seit ihr am
stärkeren Hebel, ihr macht alles, wann es euch passt. Aber die
Zeiten werden nicht immer so bleiben, wenn ihr daran glaubt, dann
irrt ihr euch. So ist es gewesen, so wird es aber nicht bleiben. Wir
hatten es gesagt und werden es zum Trotz wieder sagen, die Kurden
wollen sich selbst gehören. Sie wollen nicht die Untergebenen und
Einschmeichelnden von irgend jemandem sein. Die Kurden, die bei euch
Platz einnehmen und sich unterwerfen, denen könnt ihr nicht
vertrauen. Dies habt ihr schon lange herausgefunden, aber ihr habt
die Logik: “Hauptsache kurdisch, auch wenn ich keinen Vorteil durch
ihn habe”. Diesen Schritt wollt ihr nicht zurück nehmen.
Jetzt mal im Ernst, wieso
wollt ihr das nicht zugeben?
Wieso ihr so eine Feindschaft
gegen die PKK hegt?
Wir können es euch sagen, ihr
habt euren Kurden, die noch immer bei euch Platz einnehmen und
keinen Zweig besitzen, ausser ein etwas, dass dem Ende geweiht ist.
sehr vertraut. Ihr habt damit gerechnet, auf dieses Etwas, dass dem
Ende geweiht ist spielend, in Kurdistan eine beeinflussende Kraft zu
werden. Aber dann kam die PKK und ihr kamt nicht zum Zug. Ihr
wolltet es mit der PKK versuchen, diese hat es aber abgelehnt. Es
ist so, wie der Reiter, der bereits seinen Weg gegangen ist und sein
Ziel erreicht – euch bleibt nur noch das Aufheben der zurück
gebliebenen Hufen… Ihr habt aber die Hufen erhalten…
Das ist eure eigentliche
Feindschaft gegenüber der PKK. Und diese Feindschaft hat nichts mehr
mit Politik zu tun, sondern hat sich immer mehr zu Hass geformt. Und
wir sagen, dass dieses Volk auf die Liebe zu ihren Bergen vertraut.
Und sie werden weiter vertrauen.
Ihr solltet euch nicht
täuschen, die Liebe zu den Bergen wird nicht nur in den Bergen
bleiben. Das ist so eine grosse Liebe, die jede Kraft, die sich
gegen jeden Schaden der ihm zugefügt werden will, sei es eine
Person, ein Organisation, ein Staat, eine Macht, wer auch immer,
verteidigen wird.
Aber wir sind immer auf der
Seite der Diskussionen, auf der Seite des auf ethischen Grundsätzen
basierenden gegenseitigen Verständnisses. Wir glauben auch daran,
dass alle Menschen, die uns kennen, uns bis zum letzten Moment
vertrauen werden. Denen gehören auch Frau Merkel, Herr Schäuble und
Herr Steinmeyer an.
Unsere Türen sind offen. Die
Berge haben genug Platz. Jeder Zeit könnt ihr die Gastfreundschaft
geniessen, die euch gezeigt wird.
Wir wollen nur, dass ihr
unser Volk nicht angreift, keine Feindschaft hegt und nicht
terrorisiert.
Wir haben der Liebe zu den
Bergen vertraut und werden auch weiterhin vertrauen.