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WAS WÜRDE PASSIEREN, ...
25 Juli 2008

Von Özgür Bilge

 

WAS WÜRDE PASSIEREN, WENN ALPARSLAN ZUM GUERILLA

UND ROJDA TÜRKISCH WERDEN WÜRDE?
 

Diese Überschrift ist für uns Kurden keine Spekulation. Es zeigt nur eine Perspektive des Volksmordes auf, dass wir momentan durchleben. Ich denke nicht, dass ein einziger Kurde wegen dieser These Einwände hätte. Wenn wir einwenden würde, würde das bedeuten, dass wir weder die Politik verstanden haben, die der türkische Staat uns gegenüber nutzt, oder wir haben die Auto-Volksmord-Politik nicht verstanden, die wir an uns selbst ausführen. Es ist der Wunsch des volksmordenden türkischen Staates uns an den Volksmord zu gewöhnen. Nicht nur der Staat will das. Auch die angeblichen Demokraten, die, die sich als linke türkische Gelehrte bezeichnen, beherbergen die gleiche faschistische Haltung. Auch sie sind einzelne Beauftragte des Staates, damit die Kurden gemordet werden. Sie wollen das gleiche Ergebnis wie der Staat erzielen.
 

Wenn ich jetzt ein paar feste Beispiele aufführe, ist es leichter zu erkennen, was der türkische Staat und die angeblichen Gelehrten im Sinn haben. Hier ein paar Beispiele:
 

Vor drei Jahren war in der Zeitung Sabah eine Serie von Ergün Babahan vorhanden. Es waren drei Teile. Der Name der Serie war „Problem des Süd-Osten’s“. Er nannte es nicht einmal „Kurdisches Problem“. Am Ende seiner Serie hat er einen Lösungsvorschlag gemacht. Er sagte: „früher waren die Namen der Kurden Alparslan und Mehmet. Sie haben kurdisch geredet. Jetzt hingegen heissen sie Egit und Rojda. Aber sie reden türkisch. Wenn es so weiter geht, wird in 20 Jahren sowieso niemand mehr da sein, der kurdisch redet. Auf natürlichem Wege wird, weil es niemanden mehr gibt, der kurdisch redet, das „kurdische Problem“ sich von selbst lösen.“ Babahan hat mit der Aufführung dieser Sätze den Faschisten in sich zum Vorschein gebracht. Zugleich griff er auch dem Volksmordplan des Staates unter die Arme. Auch der als Linker maskierte Ruşen Çakır hat sich an einer „kurdischen Konferenz“ in Deutschland mit einer ähnlichen Lösung beteiligt. Er konnte sagen: “Für die Lösung dieses Problems ist die Konjunktur in der Türkei noch nicht gereift, es braucht noch eine Zeit von zwei Generationen“. Also, wenn nun eine Generation mit 20 Jahren berechnet wird, müssen also, nach seiner These, 40 Jahre vergehen, damit dieses Problem gelöst wird. Als er das sagte, hatte er schon berrechnet, dass die Kurden bis in 40 Jahren vollkommen dem Volksmord unterlegen sein würden. Und das hinterhältig mit einer Maske, als alter Linker getarnt. Schade, dass niemand in der Konferenz Çakır danach befragt hat, was er eigentlich damit sagen wolle.
 

Auf der einen Seite die breitgefächerte Volksmordpolitik des Staates, auf der anderen Seite, unser Automechanismus, mit dem wir selbst einen Volksmord an uns treiben.
 

Das hält weder, Körper, noch Gewissen, noch Kopf aus.
 

Gehen wir mal Zehn Jahre in die Vergangenheit. Es gab vereinzelt kurdische Namen. Viele, die zur Guerilla gekommen sind, hiessen Alparslan. Mehmet. Leute aus unserem Volk, mit solchen Namen, sprachen türkisch. Jetzt sehen wir, dass der Name Egit ist. Aber er spricht türkisch. Der Name ist Rojda. Der Name ist Mizgin. Aber sie sprechen türkisch. Hinzukommt, dass sie ihre eigene Sprache nicht kennen. Sie kennen ihre Kultur nicht. Sie übernehmen die Kultur des Feindes. Wir treffen auf Leute mit diesen Namen, die Namen, die mit dem Blut der gefallenen Märtyrer, mit ihrem Leben ersiegt worden sind.
 

Was für eine grosse Zwiespältigkeit in dieser Situation herrscht.
 

Mit dem Namen Kurde, mit dem Geist jemand anders.
 

Mit dem Namen Kurde, mit der Seele Türke, Araber, Perser, Deutscher, Engländer, Russe o. ä.
 

Was soll ich mit einer Mizgin, die keine nationale Seele hat
 

Was soll ich mit einer Rojda, die keine nationale Seele hat
 

Was soll ich mit einer Rojda, deren Wahrheit nicht mehr da ist, nur die Form
 

Was soll ich mit einer Rojda, deren Fleisch und Blut dem Feinde gehört
 

Wir brauchen Kurden, die kurdisch riechen, kurdisch Lächeln, kurdisch sprechen, kurdisch denken und schreiben können. Wir brauchen Kurden, die dem Geist der PKK entsprechen.
 

Für alle, die das nicht wissen, möchte ich eine Erinnerung aussprechen.
 

Wusstet ihr?
 

Die Guerilla hat sich auch dieser grossen Zwiespältigkeit angenommen. Jeder neue Guerilla wird zum Kurden. Er lernt auf kurdisch. Er kann auf kurdisch schreiben und kurdisch reden.
 

Die lässt die türkische Armee und die Volksvernichtungspläne der AKP einfach im Regen stehen. Dies machen sie, damit Rojda nicht türkisch wird. Und das wir im Feuer des Gefechts, im Krieg gemacht. Die kurdischen Alparslan werden zu Egit, und Mazlum, sie werden zu Guerilla, sie werden frei. Auf diesem Wege, wenn auf den Bergen Kurdistans Alparslan und Egit sind, wird Rojda nicht türkisch.
 

Sie wird kurdisch. Gleich und frei wird sie. Mit ihrer eigenen Farbe, ihrer eigenen Sprache, ihrer eigenen Kultur kommt sie auf diesen Bergen, noch einmal auf die Welt. So wie Ahmet Arif gesagt hat:
 

„Diese Berge kennen unsere Glückseligkeit“
 

Sie kennen unseren Widerstand.
 

Sie kennen unsere Kultur.
 

Sie kennen unsere Sprache.
 

Sie kennen unsere Besé.
 

Sie kennen unsere Zarife.
 

Auch unsere Seele kennen sie.
 

Gibt es denn einen anderen Ort, der unsere Glückseligkeit, unser ein und alles kennt?

 
 
         
 
 

 

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