von Pelda

Wenn ich an Ronahî,
denke, muss ich an unsere letzten gemeinsamen Stunden denken. Zum
letzten Mal sahen wir uns, als die Militäroperation am Kurê Jahro
(Gebiet in Nord Irak der Region Amediye -1997 Operation der
türkischen Armee) zu Ende ging, eine Woche waren wir im Bombenhagel
türkischer Jets gewesen, dann musste die Armee abziehen. Viele
FreundInnen waren gefallen, darunter Canda, Faraşîn, Herekol, Şîlan
und Ayten aus meiner Einheit.
Einen Monat zuvor
hatte ich Ronahî am Avaşin getroffen und waren und in die Arme
gefallen. Alles brach aus Ronahî, heraus und aus mir, wir heulten
beide, weil wir es so lange vermisst hatten eine Freundin mit dem
gleichen Hintergrund zu treffen, jemanden zu treffen, der ohne viele
Worte versteht. Dann haben wir geredet und geredet und Pläne
geschmiedet für die Zukunft. Ich bewunderte Ronahî für ihre
Entschlossenheit, für ihre Zielstrebigkeit und Klarheit.
Ein letztes Mal
saßen wir jetzt zusammen, noch unter dem Eindruck der schweren
Gefechte, wir wussten nicht, dass es ein Abschied für immer ist.
Ronahî sagte, sie wolle in den Norden gehen. Zum Abschied gab ich
ihr einige Erinnerungsstücke und praktische Dinge, darunter eine
Schere von Adar aus Serhat. Adar hatte sie mir gegeben, als die
Operation ausbrach. Dann war sie verletzt worden und Sosin aus
Kerboran war mit ihr ins „Krankenhaus“ gegangen. Während der
Operation war das Krankenhaus angegriffen worden. Adar und Sosin
konnten wohl fliehen, aber man wusste nicht wo sie waren.
Nachdem ich wieder
in Deutschland war schrieb Ronahî mir irgendwann, dass beide
gefunden worden waren, beide waren gefallen. Ronahî hatte noch immer
die Schere von Adar. Einige Monate später teilte uns ein Freund mit,
dass auch Ronahî gefallen sei. Ich begriff diese Information nicht,
konnte es nicht glauben… Es war im Herbst 1998..
Ein deutscher und ein türkisch-kurdischer Herbst
Seit neun Jahren
ist Ronahî nicht mehr bei uns. Im Herbst, am 23. Oktober 1998 wurde
sie von türkischen Militärs ermordet, unbewaffnet bei einer
Militäroperation in Çatak mit weiteren GenossInnen hingerichtet. Bis
heute sind die Mörder nicht bestraft.
Dieser neunte
Todestag von Ronahî überschneidet sich mit einem anderen Datum das
30 Jahre zurückliegt, dem Herbst 1977. In der
Nacht vom 17. zum 18. Oktober
wurden drei andere RevolutionärInnen ermordet,
Andreas Baader,
Gudrun Ensslin und
Jan-Carl Raspe,
Irmgard Möller überlebte schwer verletzt. Am13. November starb
Ingrid Schubert in Stadelheim (München). Die Ereignisse um die
Todesnacht von Stammheim gingen in die Geschichte ein als der
Deutsche Herbst. Auch die Mörder dieser RevolutionärInnen sind
unbestraft.
1977 war Ronahi
noch nicht Teil dieses Versuches der Roten Armee Fraktion eine
revolutionäre Politik in Deutschland zu entwickeln, da waren wir
noch Kinder, Ronahî war nie in der RAF, aber in die Folgen der
Ereignisse von 1977 und dem Ansatz der damals entwickelt wurde,
hatten auch Konsequenzen für Ronahî.
Heute wie damals
1977 diffamiert man diejenigen, die gegen das kapitalistische
Unrechtssystem ankämpfen als Terroristen. Damals Vietnam, heute
Kurdistan, Irak, Afghanistan. Ziel der Angriffe des Imperialismus
sind die strategisch wichtigen Orte, wo die Rohstoffe sind, das Öl,
dass den Kapitalismus am Leben hält, das Wasser, das zu einer
strategischen Waffe geworden ist. Der deutsche Herbst ist weder zu
Ende, noch steht er allein in einem deutschen Zusammenhang.
Die Rote Armee
Fraktion war aus dem Aufbruch Ende der 1960er Jahre hervorgegangen,
u.a. der Studierendenproteste gegen den Vietnamkrieg und dem
Weiterherrschen der Eliten des Naziregimes in der BRD. Das
kapitalistische System wurde grundsätzlich in Frage gestellt. Die
RAF stellte sich in den Zusammenhang mit den weltweiten
Befreiungsbewegungen. Die ersten Aktionen richteten sich gegen den
Vietnamkrieg. Ziele der Roten Armee Fraktion waren militärische
Einrichtungen der US-Armee in der Bundesrepublik. Die RAF führte
eine Reihe von Anschlägen überwiegend gegen militärische
Einrichtungen und Funktionsträger des Systems durch. Zum
Vietnamkrieg sagte sie:
„Für die Ausrottungsstrategen von Vietnam sollen Westdeutschland und
West-Berlin kein sicheres Hinterland mehr sein. Sie müssen wissen,
dass ihre Verbrechen am vietnamesischen Volk ihnen neue, erbitterte
Feinde geschaffen haben, dass es für sie keinen Platz mehr geben
wird in der Welt, an der sie vor den Angriffen revolutionärer
Guerilla-Einheiten sicher sein können.“
aus der Erklärung des Kommando Petra Schelm
Am 24. Mai 1972
verübte die RAF einen Anschlag auf das Europa-Hauptquartier der
US-Armee in Heidelberg, wo der Computer für die Zielplanung in
Vietnam getroffen wurde. Aber schon 1972 wurde ein großer Teil der
Kader inhaftiert. Nach der Verhaftung der ersten Generation der RAF
im Jahr 1972 hatten viele geglaubt, dass die Rote Armee Fraktion am
Ende sei, aber neue Generationen verfolgten das Ziel die
imperialistische Kriegsmaschinerie stillzulegen, als Mitglieder,
UnterstützerInnen und SympathisantInnen. Ab 1975 fanden weitere
Aktionen statt. 1975 war der Vietnamkrieg entschieden, das
vietnamesische Volk hatte gesiegt, die Besatzer waren abgezogen.
In der BRD waren
die Ausgaben für Rüstung und „innere Sicherheit“ in den 1970er
Jahren immens gestiegen zu Lasten der Sozialausgaben, was zu einer
sozialen Schieflage führte. Es gab Massenproteste.
Gleichzeitig waren
die Gefangen der Rote Armee Fraktion über Jahre in Isolationshaft,
die Bundesrepublik entwickelte das Konzept der „weißen Folter“ wie
sie heute überall auf der Welt u.a. gegen Abdullah Öcalan angewandt
wird.
Dann kam das Jahr
1977, das die weitere Geschichte der BRD beeinflussen sollte. Die
RAF hatte den ehemaligen Nazi (Mitglied der SS und SA) und
damaligen Präsidenten des Unternehmerverbandes Schleyer entführt, um
die Gefangenen der RAF in Stuttgart Stammheim auszutauschen. Die BRD
verweigerte den Austausch.
Am 13. Oktober 1977
entführte eine Gruppe der palästinensischen der PFLP ein Flugzeug.
Die BRD-Regierung ließ das Flugzeug stürmen, die Gefangenen
Mitglieder der RAF im Hochsicherheitsgefängnis Stammheim wurden
ermordet. Die RAF-Gruppe tötete daraufhin Schleyer. Die in der
Folge aufkommende Atmosphäre von Medienhetze, Panikmache Razzien und
Verhaftungen prägte den Begriff „Deutscher Herbst“.
U.a. die
Springer-Presse hatte Teilen der deutschen Bevölkerung weisgemacht
sie wäre betroffen von den Anschlägen der RAF und nicht die
Einrichtungen und Funktionsträger des Krieges, der Rüstungskonzerne.
Sie schafften es die RAF als Bedrohung von Demokratie und Freiheit
zu stilisieren. Auch die kurdische Bewegung kennt es diffamiert und
dämonisiert zu werden.
Dieser Deutsche
Herbst ist nicht nur ein historisches Datum, sondern die Ereignisse
des Jahres 1977 haben unmittelbare Auswirkungen bis heute. Er hat
die Bundesrepublik zu ihrem Nachteil verändert. Nicht nur die
bewaffneten Gruppen, sondern die UnterstützerInnen der Gefangenen,
die SympathisantInnen, kritische Geister, die Außerparlamentarische
Opposition, später dann Punks und Autonome wurden als nicht zum
Gemeinwesen, zu einer offenen Gesellschaft gehörend, begriffen,
sondern ausgegrenzt. Was zuvor nur die KPD betraf, wurde nun auf
jeden Widerstand ausgeweitet.
Diese Verfestigung
eines latent staatsautoritären Zuges der Gesellschaft und die auf
Vernichtung eines "Feindes" mit kriegerischen Mitteln angelegte
Innenpolitik haben die politischen und psychologischen Grundlagen
dieser Gesellschaft verschoben. Die damalige staatliche Reaktion u.a.
auf den bewaffneten Kampf der RAF drückt sich in Sondergesetzen aus,
die üblicherweise ein Kriterium für Diktaturen darstellen. Sie sind
heute immer noch gültig und haben auch Auswirkungen auf die PKK und
ihre UnterstützerInnen in der BRD.
Dennoch waren die achtziger Jahre in Westeuropa von einer
Intensivierung militanter Kämpfe geprägt, die sich vom punktuellen
Protest zum umfassenderen Widerstand entwickelten. Ronahî war Teil
dieser Bewegung u.a. gegen die Wiederaufbereitungsanlage in
Wackersdorf, die durch breiten Widerstand verhindert werden konnte.
Die WAA sollte die zentrale
Wiederaufarbeitungsanlage
für abgebrannte
Brennstäbe aus
Kernreaktoren in
Deutschland werden,
gegen den Willen der Bevölkerung. Ronahî engagierte sich gegen den
Bau der Startbahn West in Frankfurt, einem Großprojekt, dass auch
militärisch genutzt werden sollte, gegen dass sich Bürginitiativen
und Linke gemeinsam einsetzten. Und weiter war Ronahî Teil der
Anti-NATO-Bewegung, die sich gegen die Nachrüstung engagierte. Und
immer war sie Teil der Bewegung für die Zusammenlegung der
Gefangenen aus der RAF.
Die Befreiungsbewegungen im Trikont (Afrika, Asien, Lateinamerika)
rückten stärker in das Bewusstsein der Bewegungen in Europa, und der
Kampf um Zusammenlegung der Gefangenen war Bestandteil von
Veranstaltungen, Diskussionen und Mobilisierungen, waren geprägt von
Internationalismus und antiimperialistischer Solidarität.
Nachdem auch die zweite Generation der RAF größtenteils verhaftet
war, entwickelte ein neuer Zusammenhang, den Versuch einer
"antiimperialistischen Front". Dies sollte grenzüberschreitend in
ganz Europa geschehen. Massive Repression war die Antwort des
Staates. Auch Ronahî war davon betroffen und kam aufgrund Lügen und
Verrat das zweite Mal ins Gefängnis.
Dort lernte sie 1987 auch direkt Genossinnen aus der RAF kennen. Sie
selbst schrieb dazu:
Trotz meiner Haftbedingungen war es möglich, mit den anderen,
politischen gefangenen Frauen aus der RAF Kontakt aufzunehmen. Das
veränderte meinen Blick auf mich selbst, die Gesellschaft, vor allem
aber auf den Kampf und unsere Möglichkeiten zur Veränderung ganz
entscheidend.
Nach meiner Entlassung, als die Lügen des Staatsschutzes nicht mehr
haltbar waren, baute ich mit GenossInnen, die aus verschiedenen
politischen Erfahrungen kamen, zusammen eine Gruppe auf. Wir hatten
uns zum Ziel gesetzt, eine Befreiungsbewegung in der Metropole
wieder aufzubauen, trotz und angesichts des bereits spürbaren
Niedergangs der revolutionären Front.
Dem Verfassungsschutz, dem deutschen Inlandsgeheimdienst war es
Anfang der 1980er Jahre gelungen einen Spitzel in das Umfeld der RAF
einzuschleusen. Klaus Steinmetz beteiligte sich an Aktionen der
Linken, wie Einbrüchen oder Demonstrationen. Steinmetz der Verräter
lebte in Frankfurt und war mit Ronahî befreundet. Sein Verrat führte
dazu, dass Wolfgang Grams ein Mitglied der RAF am 27. Juni 1993
erschossen wurde und eine weitere Militante verhaftet wurde.
In der Folge wurde Ronahî beschuldigt an einem RAF Anschlag auf den
Rohbau des Gefängnisses Weiterstadt beteiligt gewesen zu sein.
Erneut geriet Ronahî in den Fokus des staatlichen
Verfolgungsapparats, diesmal wollte sie aber nicht abwarten, bis sie
verhaftet wird, sie tauchte unter und beschloss 1996 sich der
kurdischen Befreiungsbewegung anzuschließen.
Sie wusste, dass
eine kleine Gruppe aus der BRD schon in Kurdistan war, dass sich
schon seit Jahren immer wieder Gruppen für einige Zeit an der
kurdischen Guerilla beteiligt hatten. Schon Anfang 1995 hatte es
gemeinsame Diskussionen über die Ziele der Beteiligung an der
Guerilla der PKK gegeben. Ronahî war, als wir als Gruppe 1995
aufbrachen, gerade von einer USA - Reise zurückgekehrt und hatte
überlegt, ob sie sich der Gruppe anschließt. Sie hat sich dagegen
entschieden, sofort mitzukommen, wollte aber darüber nachdenken, uns
zu folgen
Sie selbst schreibt
dazu:
Ich habe Gleichgesinnte gesucht, um einen neuen Aufbauprozess, der
aus den Niederlagen Konsequenzen zieht, aufzubauen. […] ich sah die
gute Möglichkeit, in dem Lernprozess dort, im Kampf, in der
Auseinandersetzung, in der Schulung, auch im Krieg, neue
Perspektiven und Kräfte für uns zu sammeln, und gestärkt und
vorbereitet zurückzukommen, gerade weil und wo es im eigenen Land so
eng ist. Umgekehrt sah ich auch die Chance, die von uns gemachten
Erfahrungen vermitteln zu können, nicht um darüber zu klagen,
sondern um sie als entwickeltste Form der Auseinandersetzung
zwischen imperialistischer Herrschaft und dem Kampf um Befreiung zu
begreifen.
[…] Der kurdische Befreiungskampf unter Führung der PKK hat, auch
als organisierte Guerillabewegung eine zentrale Funktion, nicht nur
in der Region. Dass aus der zugespitzten Situation in Kurdistan eine
ständig anwachsende Stärke, gerade in Bezug auf die Befreiung der
Frau möglich ist, beeindruckt mich sehr. Ich bin sehr neugierig, den
Kampf anzusehen, um aus ihm zu lernen.
[…] Mein Begriff von Internationalismus hat sich neu gestaltet.
Bisher ist er von einer schematischen Reihenfolge ausgegangen: erst
hier [in Europa] eine Bewegung aufbauen, und dann mit anderen. Wenn
wir aber InternationalistInnen sind, können und müssen wir beides
gleichzeitig machen. Und wir können an einem Kampf auf einem anderen
Teil der Erde teilnehmen, um zu lernen, weil unser Horizont nicht an
den eigenen nationalen Grenzen aufhört. Zumal wir als
Metropolenmenschen unsere Situation nur wirklich verstehen können,
wenn wir uns mit Augen von außerhalb betrachten.
Von Kurdistan aus
forderte Ronahî ihre FreundInnen in der BRD auf, mit der PKK
zusammenzukommen, nicht auf einer NGO-Ebene, sondern sich wirklich
auszutauschen und voneinander zu lernen:
Im Frühjahr '97
ging Ronahî dann in die Berge zur Guerilla. Im Süden, dem irakisch
besetzen Teil, machte sie ihre militärische Ausbildung. Ronahî war
von ihrer Art her ein offener und fröhlicher Mensch, sie kam gleich
überall gut mir den FreundInnen aus. Dass sie sich der Frauenarmee
anschloss brachte ihren großen Wunsch zum Ausdruck, für beides zu
kämpfen, die Befreiung der Frau und gegen den Imperialismus. Wie wir
alle begann Ronahî das Leben mit anderen Augen zu sehen, die
europäische Sichtweise abzustreifen:
Eine Ahnung von dem, was Leben wirklich sein kann - auch verbunden
mit der Natur - tut sich auf. Vor dem Hintergrund wird das Leben in
Europa so deutlich fremd, wie es auch wirklich entfremdet ist. Wir
sagen ja, du kannst die Zügel, die dich halten in Europa, deine
Konditionierung erst dann umfassend verstehen, wenn du außerhalb
Europas eine andere Realität kennen lernst und von dieser aus
zurückschaust.
Im Herbst '97
trafen wir uns und hatten die Gelegenheit miteinander die bei der
PKK gemachten Erfahrungen und die Perspektiven für die zukünftige
politische Arbeit zu diskutieren. Ronahî ging es vor allem darum,
von der PKK aus einen neuen Blickwinkel auf die Situation in Europa
zu bekommen. Sie war davon überzeugt, dass die Methoden und
Prinzipien der PKK auch in der BRD Ansatzpunkte für den Neuaufbau
einer revolutionären Bewegung geben können. Ronahî dachte immer
groß, für sie war es klar, dass eine solche Organisierung in Europa
erreicht werden kann.
Ich sehe es so, dass im Aufbau einer umfassenden Organisation für
uns eine große Chance liegt, wo wir frühere Fehler wettmachen
können. Die Wirkung wäre gewiss, denn eigentlich gibt es einen
mannigfaltigen Reichtum an Ausprobiertem, Erreichtem und
Erfahrungen. Nur systematisch auswerten und anwenden tut sie
niemand. Mittels einer Organisation kann aus der Geschichte
produktiv gelernt werden.
Ronahî sah im Austa
usch zwischen
RevolutionärInnen der ganzen Welt eine große Chance, bevor sie nach
Kurdistan kam, war sie auch in den USA, in Lateinamerika. Die
Erfahrungen, die sie gesammelt hatte, trug sie nach Europa zurück
und nach Kurdistan. Sie schrieb viel und wollte andere von ihren
Erfahrungen profitieren lassen. Auch Hüseyin Celebi bezeichnete
diesen Austausch als „überlebensnotwendige Luftröhren der Bewegung“.
Dass Ronahî in den angeblich so rückständigen Mittleren Osten ging,
um die Befreiung der Frau zu suchen, zeigt einen Weg auf.
Ronahîs Wunsch war
eine revolutionäre Bewegung in Europa, nicht nach dem Vorbild der
RAF, wie der Verfassungsschutz später behauptete und den Widerstand
kriminalisierte, eine Bewegung die den Geist der Konsequenz in sich
trägt, den die GenossInnen, die in Stammheim ermordet wurden
auszeichnete. Eine klare Haltung gegen die Kriegstreiber, gegen die
Vernichtungsmaschinerie anzukämpfen, im Sinne der Aussage, es nicht
zuzulassen, dass Europa ein ruhiges Hinterland für die
imperialistischen Kriege ist, ob in Vietnam, Kurdistan, Afghanistan,
Palästina oder im Irak.
Die Rote Armee Fraktion ist Geschichte, nicht aber die Auswirkungen
des Deutschen Herbstes. Diese könnten zum positiven gewendet werden,
wenn wir den Grundgedanken des Internationalismus wieder stärken.
Die Unterstützung der Bundesrepublik für die rückständigen Regimes
dieser Welt muss beendet werden, wie die deutsche Unterstützung für
die Vernichtungspolitik des türkischen Staates gegen die KurdInnen.
Die die Morde an Ronahî, an Gudrun Ensslin, Ingrid Schubert, Andreas
Baader, Jan Carl Raspe müssen aufgeklärt werden……
Die Aufgaben sind nicht kleiner geworden.
Wenn wir an Ronahî denken, denken wir an eine Frau mit einem
strahlenden Lächeln, mit viel Lebensfreude, Kraft und Klarheit, das
Erinnern an sie soll uns Kraft geben unsere Aufgaben anzugehen.
Niemand wird vergessen niemals wird vergeben, Şehid namirin!