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Die kurdische Jugend sollte aus der Situation des gefangenen Soldaten Ramazan Yüce Lehre ziehen und ihren Militärdienst nicht antreten

18. Januar 2008

An unser Volk und die Öffentlichkeit!

Die Diskussionen und Aussagen der letzten Tage im Zusammenhang mit den Prozessverhandlungen der acht türkischen Soldaten, die bei Auseinandersetzungen in Ormar von der kurdischen Guerilla gefangen genommen wurden, entsprechen nicht der Wahrheit.


Sowohl das verhängte Berichterstattungsverbot als auch die Forderung nach lebenslänglichen Strafen sowie die 800 Seiten umfassende Anklageschrift weisen daraufhin, dass mit dem Verfahren ein Präzedenzfall geschaffen werden soll. Es ist offensichtlich beabsichtigt, am Beispiel der acht Soldaten andere einzuschüchtern und zu bedrohen und deutlich zu machen, dass ihnen das gleiche widerfahren wird, sollten sie sich von der kurdischen Guerilla gefangen nehmen lassen. Um zu verschleiern und die Öffentlichkeit von diesen Verfahren fernzuhalten, werden falsche Beschuldigungen in der Anklageschrift aufgestellt und gezielt an die Presse gegeben.


So wird zum Beispiel behauptet, es habe zwei Tage vor Gefangennahme und während der Auseinandersetzung in Oramar Funkkontakt der Guerilla mit den Soldaten gegeben. Da es diesen Funkkontakt tatsächlich aber nicht gab, konnte es folglich auch keinen Informationsaustausch geben, wie in der Anklageschrift behauptet.


Falsch ist ebenso die Aussage, die Soldaten hätten sich freiwillig gestellt. Es trifft auch nicht zu, dass der Soldat Ramazan Yüce die anderen Soldaten dazu verleitet haben soll, sich zu ergeben bzw. sich zu stellen. Im Gegenteil: die Soldaten haben gekämpft, bis sie ihre Munition ausgegangen war. Richtig ist vielmehr, dass der Offizier, Halis Tan, sich mit seinen Soldaten gestellt hatte. Ramazan Yüce war derjenige von den 8 Soldaten, der am heftigsten Widerstand geleistet hat und sich im Laufe des Gefechts eine Handverletzung zugezogen hatte, die ihn letztlich kampfunfähig gemacht hat.

Warum man gegen ihn, den einzig verletzt gefangen genommenen Soldat, so hart vorgeht, wird, liegt wohl daran, dass er Kurde ist. Außerdem geht aus der Anklageschrift hervor, dass diejenigen, die bei diesem Ereignis geflüchtet waren, belohnt wurden im Gegensatz zu den Festgenommenen, die jetzt vor Gericht gebracht wurden.

Uns liegen Beweisstücke wie Video- und Tonaufnahmen der Soldaten vor, welche die momentan in der türkischen Presse kursierenden Behauptungen widerlegen würden.

Es widerspricht jeglichen ethischen und moralischen Vorstellungen, dass das türkische Militär, das in Oramar eine große Niederlage hinnehmen musste, die Verantwortung für diesen Zwischenfall einigen wenigen Soldaten zuschiebt.


Wenn es Verantwortliche gibt, dann sind es türkische Generäle wie Ilker Başbuğ.


Im NATO-Mitgliedsland Türkei herrschen unhaltbare Zustände, die aber offenbar von der internationalen Staatengemeinschaft toleriert werden.
Welche Armee dieser Welt verurteilt seine Soldaten, weil diese gekämpft haben, aber nicht gestorben sind?
Wir wissen: Auch wir tragen eine ethische Verantwortung dafür, dass diese Soldaten nicht in Sicherheit sind und offenbar vernichtet werden sollen.


In diesem Bewusstsein sind wir davon überzeugt, uns gegenüber den gefangenen Soldaten fair verhalten zu haben. In der Zeit der Gefangenschaft ist ihnen keinerlei Schaden zugefügt worden. Wir haben die Soldaten in der Annahme freigelassen, dass sie nach ihrer Freilassung weiterhin in Sicherheit sein werden.


In diesem Zusammenhang wenden wir uns vor allem an die kurdische Jugend. Am Fallbeispiel von Ramazan Yüce ist sehr deutlich zu sehen, dass es den türkischen Machthabenden nicht ausreicht, dass wir während des Wehrdienstes als Kurden gegen unsere eigenen Leute zu kämpfen gezwungen werden. Vielmehr will man die jungen Soldaten tot sehen. Deshalb konfrontiert man die Soldaten, die nicht starben, mit der Frage “Warum seid ihr nicht gestorben?“, verurteilt und sperrt sie ein. In diese tödliche Falle dürfen kurdische Jugendliche nicht mehr geraten. Die einzig richtige Lösung ist daher, den Militärdienst zu verweigern und den Kriegsdienst nicht anzutreten.

Der Kommandanten Rat des HPG Hauptquartiers
(Volksverteidigungskräfte)
 

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