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Ein Schmerz aus Dersim…


 

4. Mai  2007

Şoreş TOPRAK

Es ist manchmal sehr schwer alles in diesem Leben zu akzeptieren und zu glauben… Besonders den Schmerz in den Gefühlen anzunehmen…

Für viele Freunde war es immer nicht leicht traurige Nachrichten aus dem fernen Land, aus dem Gebiet der Träume in die Gefühle zu reiben… Obwohl es ein Alltag ist… Obwohl der tiefe Schmerz immer ein Stück in der tiefe der Guerilla sitz.

Der Krieg in Kurdistan hat sehr viele Schmerzen erweckt… Jeder Mensch der die Berge besucht kann diese Gefühle leben… Denn jede Bergspitze, jedes Tal hat eine tiefe Geschichte des Krieges… Egal in welcher Provinz… Es hat immer Geheimnisvolle Spuren des Krieges… Besonders in Kure Jahro sind es die Spuren des Südkrieges im Jahre 1997. Auch in Haftanin sind die Erinnerungen noch sehr stark, als die türkische Armee mit zehn tausenden Soldaten die Grenze nach Süd Kurdistan überquerte… Die Freunde aus Zağros die uns jede Woche besuchen erzählen immer noch über die große Aktion und Gefechte in Besosin… Damals wurden sehr viele Soldaten und Spezialeinheiten getötet… 5 Soldaten wurden als Geiseln genommen… Freunde von uns waren auch gefallen… „Das ist das Ergebnis des Krieges hier in den Bergen“ sagte Berxwedan… „Um zu Leben muss Du töten“ sagte er weiter… Vielleicht hatte er recht… Denn die Berge kennen in dieser Hinsicht keine Gnaden… Das ist die Natur des Krieges… Eine Natur die den Schmerz erweckt… Und das Bewusstsein…

Auch jeder Guerilla, jeder Freund besitzt einen großen Schmerz in seinen Herzen… Viele haben Ihre Freunde in diesem Kampf verloren… Manche auch Ihre verlobten… Nicht nur der Krieg ist es der die Schmerzen hier in den Bergen erweckt, sondern auch die Trennung… Die Trennung ist eine ganz andere Art des Schmerzes… Denn es dauert länger als man es sich vorstellen kann... „Wenn Wir uns von den Freunden verabschieden die in den Kampfsgebiet gehen, dann fällt es uns immer schwer die letzten Wörter in Ausdruck zu bringen“ sagte Heval Serbest… Heval Serbest hat Jahrelang in Botan gekämpft… Mit hunderten Freunden hat er sich verabschiedet… Mehr als die Hälfte sind im Krieg gefallen… Die meisten in Botan…
Er ist ein „Zeuge des Schmerzes“ sagen vielen Freunde zu Ihm… Er hat wie manche Freunde das Schmerzensgefühl in den jüngeren Jahren kennen gelernt…

Viele Seelen in diesem Land haben diesen Prozess durchgemacht…
Sie haben sich den Schmerz unter den Schatten der Herzen genäht…
Sie haben gelernt mit den Schmerz zu leben… Sich mit Ihnen auseinanderzusetzen…
Sich unter keine Bedingungen zu fürchten…
Was sagen die Zeilen des Buches „Handbuch des Kriegers des Lichts“ von Paulo Coelho: „Er fürchtet sich weder, über vergangenen Schmerz zu weinen, noch, über Neuentdecktes zu jauchzen…“

***

Die schlechte Nachricht…

Es war Abend…

Wir gingen mit Berxwedan durch das Dunkle Manga… Vor uns stand Rohat und Dayan… Ihre Gesichter waren schockiert… Auch Sie konnten es nicht glauben was Heute in Dersim passiert wurde…

Der zweite große Manga, in dem sich das Fernsehen befand war mit Freunden überfüllt… Jeden Abend kamen höchstens 40 Freunde hier her… Heute Abend hatte sich aber diese Zahl verändert… Es waren über 70 Freunde… Jeder von Ihnen konnte es nicht glauben… Keiner sprach außer den Gesichtern…

Das Fernsehen war auf den türkischen Kanälen… Kurz darauf haben wir das Fernsehen in ROJ TV umgeschaltet… Nach 1 Minute fingen die Nachrichten an… „Schwere Gefechte in Dersim… 15 Soldaten wurden getötet, 10 HPG Guerillas haben Ihr Leben verloren“

Das waren die ersten Worte…
Während der Nachricht kamen auch alle Bilder der gefallenen Freunde in den Bildschirm… Es war sehr schwer die Augen hängen zu lassen… Schließlich waren die meisten sehr bekannt… Besonders der Gruppenkommandant Faik Suruç… Die meisten Freunde hatten in der Vergangenheit mit Heval Faik in der gleichen Kampfstelle gegen den Feind gekämpft…

Aber wie ist es Eigentlich passiert?

Es begann am 14. April… An diesem Tag kam es im Gebiet Tanzile (Dersim) zu heftigen Gefechten zwischen der türkischen Armee und der Guerillakräften… Die Militäroperation hatte sich am nächsten Tag im Gebiet Şeytan Deresi (Teufelsbach) ausgeweitet. Weitere Verstärkungstruppen wurden von der Provinz Elazığ und Bingöl in dem Gefechtsraum verlegt. Das Operationsgebiet wurde von Kobra Hubschraubern und Kanonen heftig bombardiert. Bei den Gefechten sind 15 Soldaten getötet worden, viele wurden verletzt. Nach dem 3. Tag der Gefechte hat die türkische Armee teilweise Ihre Kräfte von dem Operationsgebiet zurückgezogen. Nach tagelangen Gefechte sind 10 Guerillakämpfern nach einem tapferen Widerstand gefallen.

Aus dem Funkgerät kamen diese Informationen… Der türkische Staat bewertete diese Operation als ein Erfolg… Von Erfolg war keine Spur… Schließlich war die Bilanz offen: 15 Soldaten getötet, 10 Guerillakämpfer gefallen…
Es war wie Sarya gesagt hat „nur ein großer Schmerz“
Nach der Nachricht aus Dersim hatten viele Freunde das Manga verlassen…

***

Steht der Krieg vor der Tür?

Wir schalten um…

Drohende Stimmen kamen aus Ankara gegen die kurdische Bewegung…

Der als Hardliner geltende Generalstabschef der Türkei Yaşar Büyükanıt, aus militärischer Sicht haltet eine Militärische Offensive gegen die Guerillas als sinnvoll…

Mit großer Wut feuerte Berxwedan zurück: „Wir möchten das die türkische Armee die Grenze überquert. Sie können es gar nicht wagen was Sie hier erwartet.“

Serbest lächelt: „Uns können Sie nicht erschrecken. Schließlich machen Wir hier in den Bergen kein Picknick. Wenn Sie diese Sache als sinnvoll bezeichnen, dann müssen Sie mit allem berechnen was Ihnen vorkommt.“

Die Vorbereitungen der Guerilla sind sehr stark… Überall auf den Bergen herrscht groß Alarm… Auch die Gefühle sind für einen großen Krieg eingestellt… Insbesondere nach den gefallenen Freunden in Dersim ist die Wut noch stärker gewachsen…

Der Uhrzeiger wehte in die Zukunft…
In den Himmel waren nur glänzende Sterne zu sehen…
Wir gingen mit Berxwedan zur Manga…
In unseren Händen war das Buch von Coelho… Viele Sätze waren in diesem Buch sehr bedeutend… Ein Satz hatte uns besonders beeinflusst… „Ein Krieger kehrt immer zum Kampf zurück.“
Es stimmt! Weil er verpflichtet ist ein neues Blatt zu wenden. Ein Blatt für die Geschichte, für das eigene Volk… Ein Blatt für ein stück Freiheit in den Bergen Kurdistans…
 

 
 
         
 

 

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