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Şoreş TOPRAK
Es
ist manchmal sehr schwer alles in diesem Leben zu akzeptieren und zu
glauben… Besonders den Schmerz in den Gefühlen anzunehmen…
Für viele Freunde war es immer nicht leicht traurige Nachrichten aus
dem fernen Land, aus dem Gebiet der Träume in die Gefühle zu reiben…
Obwohl es ein Alltag ist… Obwohl der tiefe Schmerz immer ein Stück
in der tiefe der Guerilla sitz.
Der Krieg in Kurdistan hat sehr viele Schmerzen erweckt… Jeder
Mensch der die Berge besucht kann diese Gefühle leben… Denn jede
Bergspitze, jedes Tal hat eine tiefe Geschichte des Krieges… Egal in
welcher Provinz… Es hat immer Geheimnisvolle Spuren des Krieges…
Besonders in Kure Jahro sind es die Spuren des Südkrieges im Jahre
1997. Auch in Haftanin sind die Erinnerungen noch sehr stark, als
die türkische Armee mit zehn tausenden Soldaten die Grenze nach Süd
Kurdistan überquerte… Die Freunde aus Zağros die uns jede Woche
besuchen erzählen immer noch über die große Aktion und Gefechte in
Besosin… Damals wurden sehr viele Soldaten und Spezialeinheiten
getötet… 5 Soldaten wurden als Geiseln genommen… Freunde von uns
waren auch gefallen… „Das ist das Ergebnis des Krieges hier in
den Bergen“ sagte Berxwedan… „Um zu Leben muss Du töten“
sagte er weiter… Vielleicht hatte er recht… Denn die Berge kennen in
dieser Hinsicht keine Gnaden… Das ist die Natur des Krieges… Eine
Natur die den Schmerz erweckt… Und das Bewusstsein…
Auch jeder Guerilla, jeder Freund besitzt einen großen Schmerz in
seinen Herzen… Viele haben Ihre Freunde in diesem Kampf verloren…
Manche auch Ihre verlobten… Nicht nur der Krieg ist es der die
Schmerzen hier in den Bergen erweckt, sondern auch die Trennung… Die
Trennung ist eine ganz andere Art des Schmerzes… Denn es dauert
länger als man es sich vorstellen kann... „Wenn Wir uns von den
Freunden verabschieden die in den Kampfsgebiet gehen, dann fällt es
uns immer schwer die letzten Wörter in Ausdruck zu bringen“
sagte Heval Serbest… Heval Serbest hat Jahrelang in Botan gekämpft…
Mit hunderten Freunden hat er sich verabschiedet… Mehr als die
Hälfte sind im Krieg gefallen… Die meisten in Botan…
Er ist ein „Zeuge des Schmerzes“ sagen vielen Freunde zu Ihm…
Er hat wie manche Freunde das Schmerzensgefühl in den jüngeren
Jahren kennen gelernt…
Viele Seelen in diesem Land haben diesen Prozess durchgemacht…
Sie haben sich den Schmerz unter den Schatten der Herzen genäht…
Sie haben gelernt mit den Schmerz zu leben… Sich mit Ihnen
auseinanderzusetzen…
Sich unter keine Bedingungen zu fürchten…
Was sagen die Zeilen des Buches „Handbuch des Kriegers des Lichts“
von Paulo Coelho: „Er fürchtet sich weder, über vergangenen
Schmerz zu weinen, noch, über Neuentdecktes zu jauchzen…“
***
Die schlechte Nachricht…
Es war Abend…
Wir gingen mit Berxwedan durch das Dunkle Manga… Vor uns stand Rohat
und Dayan… Ihre Gesichter waren schockiert… Auch Sie konnten es
nicht glauben was Heute in Dersim passiert wurde…
Der zweite große Manga, in dem sich das Fernsehen befand war mit
Freunden überfüllt… Jeden Abend kamen höchstens 40 Freunde hier her…
Heute Abend hatte sich aber diese Zahl verändert… Es waren über 70
Freunde… Jeder von Ihnen konnte es nicht glauben… Keiner sprach
außer den Gesichtern…
Das
Fernsehen war auf den türkischen Kanälen… Kurz darauf haben wir das
Fernsehen in ROJ TV umgeschaltet… Nach 1 Minute fingen die
Nachrichten an… „Schwere Gefechte in Dersim… 15 Soldaten wurden
getötet, 10 HPG Guerillas haben Ihr Leben verloren“…
Das waren die ersten Worte…
Während der Nachricht kamen auch alle Bilder der gefallenen Freunde
in den Bildschirm… Es war sehr schwer die Augen hängen zu lassen…
Schließlich waren die meisten sehr bekannt… Besonders der
Gruppenkommandant Faik Suruç… Die meisten Freunde hatten in der
Vergangenheit mit Heval Faik in der gleichen Kampfstelle gegen den
Feind gekämpft…
Aber wie ist es Eigentlich passiert?
Es begann am 14. April… An diesem Tag kam es im Gebiet Tanzile
(Dersim) zu heftigen Gefechten zwischen der türkischen Armee und der
Guerillakräften… Die Militäroperation hatte sich am nächsten Tag im
Gebiet Şeytan Deresi (Teufelsbach) ausgeweitet. Weitere
Verstärkungstruppen wurden von der Provinz Elazığ und Bingöl in dem
Gefechtsraum verlegt. Das Operationsgebiet wurde von Kobra
Hubschraubern und Kanonen heftig bombardiert. Bei den Gefechten sind
15 Soldaten getötet worden, viele wurden verletzt. Nach dem 3. Tag
der Gefechte hat die türkische Armee teilweise Ihre Kräfte von dem
Operationsgebiet zurückgezogen. Nach tagelangen Gefechte sind 10
Guerillakämpfern nach einem tapferen Widerstand gefallen.
Aus dem Funkgerät kamen diese Informationen… Der türkische Staat
bewertete diese Operation als ein Erfolg… Von Erfolg war keine Spur…
Schließlich war die Bilanz offen: 15 Soldaten getötet, 10
Guerillakämpfer gefallen…
Es war wie Sarya gesagt hat „nur ein großer Schmerz“…
Nach der Nachricht aus Dersim hatten viele Freunde das Manga
verlassen…
***
Steht der Krieg vor der Tür?
Wir schalten um…
Drohende Stimmen kamen aus Ankara gegen die kurdische Bewegung…
Der als Hardliner geltende Generalstabschef der Türkei Yaşar
Büyükanıt, aus militärischer Sicht haltet eine Militärische
Offensive gegen die Guerillas als sinnvoll…
Mit
großer Wut feuerte Berxwedan zurück: „Wir möchten das die
türkische Armee die Grenze überquert. Sie können es gar nicht wagen
was Sie hier erwartet.“
Serbest lächelt: „Uns können Sie nicht erschrecken. Schließlich
machen Wir hier in den Bergen kein Picknick. Wenn Sie diese Sache
als sinnvoll bezeichnen, dann müssen Sie mit allem berechnen was
Ihnen vorkommt.“
Die Vorbereitungen der Guerilla sind sehr stark… Überall auf den
Bergen herrscht groß Alarm… Auch die Gefühle sind für einen großen
Krieg eingestellt… Insbesondere nach den gefallenen Freunden in
Dersim ist die Wut noch stärker gewachsen…
Der Uhrzeiger wehte in die Zukunft…
In den Himmel waren nur glänzende Sterne zu sehen…
Wir gingen mit Berxwedan zur Manga…
In unseren Händen war das Buch von Coelho… Viele Sätze waren in
diesem Buch sehr bedeutend… Ein Satz hatte uns besonders beeinflusst…
„Ein Krieger kehrt immer zum Kampf zurück.“
Es stimmt! Weil er verpflichtet ist ein neues Blatt zu wenden. Ein
Blatt für die Geschichte, für das eigene Volk… Ein Blatt für ein
stück Freiheit in den Bergen Kurdistans…
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